MEIN BERUFLICHER AUFSTIEG
Was das soll? - Ja, das habe ich mich im Verlauf der letzten 5 Jahre auch immer wieder gefragt. Ich beginne von vorne...: Eines Samstagsmorgens werde ich vom Telefon aus dem Bett geklingelt. Am anderen Ende ist «das Kantonsspital Zug» und fragt, ob ich mich für die ausgeschriebene Stelle interessiere. Mein Gehirn arbeitet. Wer ist das? Wer bin ich? Wo bin ich? Was wollen sie? Nach kurzem hin-und her- Gefrage, stellt sich heraus, dass sie mir eine Stelle als Stationsärztin anbieten. Also nicht MIR natürlich, sondern der Person, mit der sie mich verwechseln. Der Irrtum ist bald aufgeklärt – ich habe Medien studiert, nicht Medizin... auf wiederhören!
2 Wochen später bekomme ich erste Post von der Firma «Merck»: Broschüren über ein neues Produkt zur Behandlung von Dyslipidämie... hmm... der Prospekt ist der Beginn einer wunderbaren (wenn auch einseitigen) Brieffreundschaft. Die Post häuft sich: Ärzte-Versicherungen, Einladungen zur Praxiseröffnung, Workshops in Zürich, ja sogar Geburtenkarten mit der Aufschrift: Dr. med. Rahel Sahli füllen den Briefkasten. Höhpunkt ist ein riesiges Bücher-Paket, das ich an der Hanstür signieren muss, Bücher über HDL und Niaspan (?!?) Die Idee, etwas gegen den Irrsinn zu unternehmen wird grösser, ich beginne zu recherchieren, finde aber keine Ärzte-Namensvetterin. Ich gebe nicht auf und melde einem meiner treuen Brieffreunde, dass ihm ein Fehler unterlaufen ist. Dabei stellt sich heraus, dass nicht nur die Anschrift falsch ist: Die haben dort ganze Fichen über «mich». Das heisst: Name, Adresse, Telefonnummer, AHV Nummer, Herkunfk, Heimatort...usw. ???!!!
Seit rund einem Jahr habe ich nichts mehr unternommen gegen meinen Ärztestand, denn dieser hat auch seine Vorteile. So bekomme ich zum Beispiel grundehrliche medizinische Gratisberatung. Diese Ärzte-Broschüren beschönigen nämlich nichts und bringen die Fakten auf dem Tisch, wie kein Hausarzt es je tun wird (oder wussten Sie, dass regelmässiges Lap-top auf dem Schoss haben zu Hautkrebs führen kann?!?)...
Verändert hat sich seit meiner intensiven Namens-Vetter-Forschung nicht viel...
... nur, dass ich jetzt aufgestiegen bin: von «Dr. med». zu «Dr. med. Rahel Sahli, Oberärztin Endokrinologie/Diabetologie»! Wenn das kein Grund zum Feiern ist :)