MATROSE
«Wow, die Bärner schwinge afe e Aare!»... «Die Wäuder da usse chönnt me ou mau schore, so brun wie die si...»... - Der seltsame Mensch in meinem Zugabteil trägt eine weisse Matrosenhose, einen weissen Strickpulli, ist braungebrannt, glattrasiert, trägt eine Brille und hat 2 sichtbare Zähne... und er spricht! Nicht zu mir, sondern zum Raum, zum Zugwaggon, zu sich... - assoziatives Sprechen könnte man sagen... Der Waggon, der ausschliesslich aus Allein-Reisenden besteht, reagiert zurückhaltend auf den Matrosen: Man wirft sich lächelnde Blicke zu, verdreht die Augen, schaut mitleidig... aber nur dann, wenn ein Gegnüber da ist, das die Blicke und Gesten erwidert. Gelacht wird nicht. Erst als eine Gruppe Menschen einsteigt und den Matrosen bemerkt, geht das Gelächter los und die Blicke auf den Matrosen werden mutiger und offener. Es fehlt nicht viel und er wird angesprochen...
Fragt sich...: Warum lacht die Gruppe über den Matrosen, und die Leute, die allein sind, lachen nicht? Warum spricht der Matrose und die, die Menschen allein sind, sprechen nicht? Warum sprechen wir eigentlich nicht, wenn wir allein sind? Nicht nur das, wir achten sorgfältig darauf, den Mund geschlossen zu halten, stundenlang. So lange, bis wir jemanden kennen oder uns mit jemandem organisatorisch austauschen müssen. Hat denn das, was wir in der Gruppe oder im Zwiegespräch austauschen mehr Substanz, als das was der Zahnlose brabbelt und wir warten deshalb mit unseren hochstehenden Äusserungen auf ein bekanntes Gegenüber? Die Antwort ist eher NEIN. Im Gegenteil: Wir erzählen den grössten Unsinn, es ist uns egal, was der Andere antwortet, und wir äussern uns ungehemmt über Dinge, von denen wir keine Ahnung haben... wir haben nämlich nur ein Ziel: Die Worte loslassen, die sich in unserer Allein-Zeit angestaut haben – warum weiss keiner.
So gesehen ist der Matrose wohl weit ausgeglichener, als wir und: auch ihm hört schlussendlich keiner zu...
Fragt sich...: Warum lacht die Gruppe über den Matrosen, und die Leute, die allein sind, lachen nicht? Warum spricht der Matrose und die, die Menschen allein sind, sprechen nicht? Warum sprechen wir eigentlich nicht, wenn wir allein sind? Nicht nur das, wir achten sorgfältig darauf, den Mund geschlossen zu halten, stundenlang. So lange, bis wir jemanden kennen oder uns mit jemandem organisatorisch austauschen müssen. Hat denn das, was wir in der Gruppe oder im Zwiegespräch austauschen mehr Substanz, als das was der Zahnlose brabbelt und wir warten deshalb mit unseren hochstehenden Äusserungen auf ein bekanntes Gegenüber? Die Antwort ist eher NEIN. Im Gegenteil: Wir erzählen den grössten Unsinn, es ist uns egal, was der Andere antwortet, und wir äussern uns ungehemmt über Dinge, von denen wir keine Ahnung haben... wir haben nämlich nur ein Ziel: Die Worte loslassen, die sich in unserer Allein-Zeit angestaut haben – warum weiss keiner.
So gesehen ist der Matrose wohl weit ausgeglichener, als wir und: auch ihm hört schlussendlich keiner zu...
Kommentare
rangetrunken
@ 11.06.2006 13:19 CEST
sorry liebe kommentarmenschen. im leicht angetrunkenen zustand wollt ich das layout vom text retten (war irgendwie komisch) und hab glatt die kommentare dazu gelöscht. war also keine böse absicht. tutmirleidgruss, bitte weiterkommentieren...
sorry liebe kommentarmenschen. im leicht angetrunkenen zustand wollt ich das layout vom text retten (war irgendwie komisch) und hab glatt die kommentare dazu gelöscht. war also keine böse absicht. tutmirleidgruss, bitte weiterkommentieren...
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