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24 A STUNDEN

Neulich sass ich in einer so genannten A-Runde. In einer Frauenrunde also, in der sämliche Anwesenden mit A endeten. Anna, Daniela, Andrea, Amanda...- typische Frauennamen eben.
Ich heisse Rahel. Seltsam, irgendwie fühlte ich mich auf einmal fremd und kam auf den Gedanken, dass mein Name genausogut einen Mann oder ein Tier betiteln könnte (vielleicht wars auch nur das Bier...:)). Absurd, wer heisst denn schon -el? Daniel, Miguel, Kamel, Pavel...?!? Ich geriet ins Sinnieren... prägt ein Name den Träger oder umgekehrt oder beides ein bisschen? Warum trage ich (als –el) als einizige in dieser Runde Turnschuhe und bin mit den Skate gekommen? Wo ist mein Lippenstift hin? blabla... - natürlich ist das alles völliger Unsinn, was aber, wenn ich der Sache doch auf den Grund gehe, für einen Tag aus meiner Namensrolle schlüpfe, und gucke was passiert? Zu verlieren hab ich nichts!

Das Experiment heisst: 24 Stunden Anita.
Als erstes geh ich in die Stadt. Nix verändert sich, man sieht ja nicht, dass ich einen neuen Namen habe. Ich kaufe ein und murmle Anita, flaniere durch die Stadt und murmle Anita... nix passiert.. hm... : Zugfahren ist die ultimative Idee. Endlich, ein Mensch fragt nach meinem Namen. Anita skandiere ich und höre mir selber zu - Anitaa, Anitaaa. Der Mensch, der mit mir spricht lobt meinen wohlklingenden Namen und widerholt ihn zweimal (?), dreimal... das ist mir noch nie passiert! Normalerweise muss ich meinen el-Namen selber zwei- oder dreimal widerholen und in alle möglichen Variationen abwandeln bevor ihn einer versteht (zumal meine Gegenüber im Zug selten der deutschen Sprache mächtig sind).
Mir verleidet das Spiel und weiblicher fühlen will ich mich in dieser Situaion schon gar nicht. A-Namen sind ja noch schlimmer, da behalt ich lieber den Kamel-Name und hab Ruhe vor Widerholungen...
..und doch, als ich auf dem Nachhauseweg im Tram am Dosenbach vorbeifuhr verspürte ich Lust, Schuhe zu kaufen, so Stöckelschuhe halt...
Ich liess es bleiben. Schliesslich bin ich schon morgen wieder ein Kamel und das sieht dann irgendwie scheisse aus mit roten Pumps...
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WAS-WILL-ICH-MINUTEN

  • «JEDE NEUE MINUTE BRINGT EINE NEUE MÖGLICHKEIT, SEIN LEBEN ZU ÄNDERN»
Agenda, Stundenplan, Traktandenliste... - ich stehe auf, starte meinen Mac und guck mir an, welche Vorschriften mir der Tag macht, was für Spielräume er mir lässt und wo er leer, voll oder durchzogen ist. „Lebe jeden Tag, als wärs dein letzter...“ - funktioniert in meinem Alltag nicht, ich bin „Planungs-Freak“. Planung bringt mir Effizienz, Überblick und schliesslich auch mehr Freizeit, weil Zwänge schneller erledigt sind... (klingt nicht gerade sympatisch, ich weiss ☺)
Mein Umfeld fragt immer wieder: „Wie kriegst du das nur alles unter einen Hut? - Du machst viel zu viel!“ - ich verstehe diese Worte nicht. Für mich ist Zeit da, sie zu nutzen und (auch wenn man einer geregelten Arbeit nachgeht) bleibt enorm viel davon übrig.

Die Plan-Theorie hat aber einen Fehler oder eine Unvollkommenheit: Planung findet meist nur im Kleinen statt: Mit dem Stundenplan organsiere ich meine Woche, mit der Traktandenliste die Sitzung mit der Agenda meinen Tag... – Wann aber plane ich mein Leben? Damit meine ich nicht Kinder, Famile, Reisen usw. sondern, Projekte, Ziele, Träume, zu erlernende Fähigkeiten...
Zur Zeit (28 Jahre) fällt mir die Vorstellung noch schwer, dass es Träume gibt, für deren Umsetzung es irgendwann zu spät ist, Züge die bereits abefahren sind... - aber so wird es sein. Es wird irgendwann Dinge geben, die in meiner immer kürzer werdenden verbleibenden Lebens-Zeit nicht mehr erlernt, erledigt oder beendet werden können... BLABLABLA...was will ich damit eigentlich sagen? - Dass ich dieses Risiko ab sofort zu minimieren versuche. Und zwar indem ich mir bewusst Zeit nehme, mir Fragen zu stellen und Antworten zu geben.

Ich werde mir AB HEUTE jeden Monat 30 Minuten nehmen, um über meine wirklichen Bedürfnisse nachzudeken –so genannte (ernsthafte) Was-Will-Ich-Minuten... mal sehen was sich daraus ergibt...
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TAGESGESETZ

TAGESGESETZ
Pissnelkentage sind praktische Beispiele für das berühmte MURPHYS-LAW; kurz: «Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen» oder «früher oder später wird die schlimmstmögliche Verkettung von Umständen eintreten» - Pissnelkentage eben.
Wenn ich am Morgen eines solchen aufstehe, weiss ich, dass es wichtigen Entscheidungen auszuweichen gilt, da die Weichen in eine ungünstige Richtung gestellt sind. Ich werde an einem Pissnelkentag also bestimmt nicht nach einer Verlängerung meines Arbeitsvertrages fragen, ein Menu bestellen, das ich noch nie vorher versucht habe oder aufs Tram hetzen...

Die gute Nachricht: MURPHYS-LAW lässt sich umdrehen; Steh ich morgens auf und die Fruchtfliegen haben sich über die Äpfel, statt das Brot hergemacht, bemerke ich, dass ich eine Stunde später als erwartet zur Arbeit muss, und hat der Zug (neben 20-Minuten) auch einen herrenlosen Bund zu bieten.. dann weiss ich: Es bahnt sich ein... nennen wir ihn mal RAHs-LAW-DAY an; kurz: «Alles was möglich ist, wird bestmöglich eintreten». Sobald ich den betreffenden Tag als RAHs-LAW-DAY identifiziert habe, kann das «Flohnerleben» beginnen: Der Spielraum ist an einem solchen Tag massiv grösser als sonst, es können andere/schwierigere Aufgaben in Angriff genommen werden, prekäre Fragen gesestellt und heikle Briefe geöffnet werden – Enttäuschung und Empörung werden sich in Grenzen halten.
Leider kann man nicht steuern, wann welcher Tag anbricht, aber immerhin kann mit wenig Aufmerksamkeit eine Menge Profit erzielt werden: Wer innerhalb der ersten Wach-Minuten die Art des anbrechenden Tages erkennt und den Tag nach seinen Gesetzmässigkeiten lebt, erspart sich Ärger und nutzt auf der anderen Seite sein Glück intensiver aus.
Seit der Entdeckung des RAHs-LAW-DAY ist bei mir Schluss mit dem Ärger über vor-der-Nase-weggeschnappte-Parkplätze oder abfahrende-Trams.

VORSICHT: Wenn Du das nächste mal jemanden über einen Pissnelkentag fluchen hörst, klär ihn bitte nicht über die Tagesgesetze auf:
Sein Fluchen wird dadurch nämlich massiv verstärkt (das hat ihm gerade noch gefehlt, dass eine kommt und alles besser weiss ☺)
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