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SELTENE TOP-ANTWORT

Gliederschmerzen, Gelenkschmerzen – wer weiss schon was das ist...? Grippesymptome sind so unscharf, wie das Wort GRIPPE selber auch. Zwar ist die GRIPPE im Volksmund die Top-Antwort, wenn’s um alltägliche Krankheiten geht, doch scheint mir, hatte noch fast niemand jemals eine solche?? Ich auf jeden Fall, soweit ich mich erinnern kann, nicht. Meist war ich ein paar Tage lang erkältet, fiebrig oder hab mir die Seele aus dem Leib ge... und das nannte ich dann GRIPPE.
Zur Zeit aber leide ich an ihr, an eben dieser GRIPPE - vielleicht. Nur Vielleicht. Seit 5 Tagen Fieber, Kältegefühl, «unmotivierter» Husten und komische Schmerzen, die ich umschreibe mit «mir tun die Haare weh». Höhepunkt war der Sonntag Abend, als ich vom Tisch aufstand, mir übel wurde, ich mein Zimmer suchte und ich, statt ins Bett zu stürzen, mich voller Wucht in die Wand neben dem Bett knallte - GRIPPE eben...
Darum hiess es ab Freitag: Bettruhe.
Doch... die ersten Bedenken kamen bald: Wo bleibt der Schnupfen? Wo das Erbrechen?
Irgendwie bringt der Begriff Grippe in meinem Sprachgebrauch andere Symptome mit sich, als bloss Fieber, diffuse Schmerzen und «Es-legt-einem-einfach-so-ins-Bett».
Belustigt über den Umstand, dass ich gar nicht weiss, was die GRIPPE bedeutet, startete ich eine kleine Umfrage unter Freunden...
Die einfache Frage: Was ist eine Grippe?
Die komplizierten Antworten: Erbrechen, Keuchhusten, Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen, Halsweh, Schnupfen... – einig waren sich meine Probanden nur in einem Punkt: Die Grippe ist etwas sehr sehr häufiges und alle hatten sie schon mehrere...

Unbefriedigt und immer noch verseucht suchte ich daraufhin meine Ärztin auf und liess mich über die GRIPPE unterweisen.
Wen’ s interessiert: www.grippe-info.de

Eine kleine Lektion in Sachen Volkskrankheit Nummer 1 täte sicherlich vielen von uns gut gut.
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VIELE NEUE FREUNDE

...Meiner Mutter bleue ich immer und immer wieder ein: Klick einfach drauf rum Mam, im Internet kann dir echt nix passieren, solange du keine Kontodaten eingibst... ja, denkste!

«Hey, Gemeindepräsi :),... willst du der Freund von Rahel Sahli werden? Lieber Gruss, Rahel»...
Das in etwa war der Wortlaut des E-Mails, das mir vergangenen Dienstag die Tränen in die Augen trieb. Ich, die Kettenmail-Verachterin, die Spam-Verurteilerin, die Königin der Sachlichkeit... bin voll reingerasselt.
Von vorne: Ich kriegte ein Mail von einer guten Kollegin mit oben stehendem Inhalt (auf mich bezogen natürlich). Mein erster Gedanke war, dass diese Freundin auf diese Weise wahrscheinlich mit mir chatten möchte - einloggen war also das Mindeste, was ich für unsere Freundschaft tun konnte. Ich klicke darum auf den untenstehenden Link, logge auf der so genannten HI5 Seite ein und „Entere“ das Ganze... - gespannt auf das Resultat!
Keine 5 Sekunden später frisst sich der Schock langsam durch meine Glieder und die schon fast auf Schlaf heruntergefahrenen Hirnzellen erwachen zu neuem Leben... „Thank You - all your friends have been invited“ leuchtet mir von der Mattscheibe entgegen. Welche Friends denn? Und wozu eingeladen? Nach etwa 30 Sekunden ist mir dann das Ausmass des kleinen Klicks bewusst: HI5 hat das Mail, das ich von der Kollegin erhalten habe, automatisch (entsprechend angepasst und in meinem Namen natürlich) an meine 154 Hotmail-Kontakte versendet.
Das Dumme daran: Von diesen 154 Kontakten sind rund die Hälfte geschäftlicher Natur. Das heisst: Gemeindepräsidenten, Stadträtinnen, Kantonale Verwaltungen, diverse Medien, sonstige Geschäftspartner usw... und das wiederum heisst so viel wie: Hey, Kantonales Tiefbauamt...Hey, Stadträtin x, Hey, Chef, Hey, Gemeindepräsident x...

Eine Woche später habe ich nun 63 Erklärungen abgegeben, unzählige Biere versprochen und erhole mich langsam, ganz ganz langsam von meinem persönlichen HI5-Schock.

ps. Meine Mutter ist NICHT reingefallen...
pps. ich bin froh, dass ich beim Abspeichern meiner Kontakte nicht besonders kreativ war. Gemeindepräsident x hätte es wohl nicht sonderlich geschätzt mit Hey, Arschgesicht angeredet zu werden...
ppps... ich habe jetzt ganz viele neue Freunde...
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FRONT-GEGEN-GRÜN

Sobald ich meinen Kühlschrank öffne, strahlt es mir GRÜN entgegen. Nicht, dass ich so viele Gurken und Salate darin lagern würde oder der Reibkäse am schimmeln wäre... Nein, aber so knapp über der Armutsgrenze (☺) werden Migros-BUDGET-Produkte vom Kultobjekt zur Überlebensstrategie.
Grüner Tartar, grüner Fontalkäse, grüner Schinken, grüner Camanbert... - die verschrumpelte Normalo-Peperoni mag kaum einen Kontrast dagegen zu bilden.
Budget zu kaufen wurde mir zur Gewohnheit: Es schont mein Portemonnaie, nimmt mir heikle Produkteentscheidungen ab und, da ich eh meist rot trage, steht es mir ausgezeichnet.

Heute dann der Schock: die grünen Käsescheibletten waren verschwunden. Verzweifelt hetzte ich von Gestell zu Gestell, in der Hoffnung, sie hätten sie vielleicht bei den Eiern hinten versteckt oder neu im Tiefkühlbereich eingefroren? Fehlanzeige. Ich begann unter meiner Kappe zu schwitzen wie ein Bär, als die dicke Frau Kuzi (oder hab ich falsch gelesen?) mir entgegennuschelt: „hets äuä grad nümm, müesst haut der normau näh...“. Der Normale? Weiss ich denn als Budgetkäuferin was „normale“ Produkte sind?
Leicht überfordert machte ich sofort die Not zur Tugend. Das heisst, ich ging zurück zum Eingang, kam neu herein, tauschte einen 1-Fränkler gegen ein protziges Wägeli und stolzierte durch die Regale. Elektrisiert von all den buten Angeboten, schaufelte ich Selection-Schoggimousse, eine frische Ananas, Feigen, Früchtequark, la Vache qui rit, Prinzenrollen etc. in mein Wägeli. Die Frau Kunzi (?) starrte misstrauisch ein Loch in meinen Rücken. Ich aber liess mich gelassen von Formen und Farben verführen und leiten – eine Supersache!
Zuhause reihte ich die neuen Lieblinge stolz in den Kühlschrank und öffnete ihn danach mehrmals auf Probe. Das Strahlen war weg!
Zwar nicht für lange, aber immerhin: Das Experiment FRONT-GEGEN-GRÜN hat Farbe in meinen Alltag gebracht.

ps: als Tüpfchen auf dem i kommt jetzt noch der arme Tropical Sirup ins Kühlfach...:)
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GRENZFEIER?

2’450 Franken Einkommen und eine alleinstehende Frau ist nicht arm. Ich bin also nicht arm, sondern 50 Franken über der errechneten Grenze. Sehr gut - der Blickartikel hat mich beflügelt und gibt mir Anlass zum feiern.
Obwohl, da gibt es doch diesen Spruch, dass Geld nicht glücklich macht..? - Ein Spruch, über den man an jeder Ecke stolpert. Der Spruch, der auf der Welt am häufigsten ausgesprochen (neben Sex, Radio und Taxi) aber wohl am wenigsten verstanden wird.
Aber warum fällt es uns eigentlich so schwer zu glauben, dass eine Madonna, ein Michale Jackson oder ein Silvio Berlusconi nicht glücklich sind, wenn wir es doch wissen? Wenn es doch überall geschrieben steht. Wenn doch deren Lebenswandel nichts anderes aussagt. Wenn doch die Bilder Bände sprechen... warum um himmels Willen streben wir nach Reichtum?
Sonst fallen wir schliesslich auch auf jede Blick Schlagzeile rein (z.B. Armutsgrenze bei 2450.- ☺ und schon feiern wir..)
Zurück zu mir: EXTREM REICH bin ich ja noch nicht gerade mit 50 Franken über der Grenze, also kein Grund zur Sorge. Aber immerhin, ich werde mir näxten Monat seit Jahren wieder einmal einen Zahnarztbesuch gönnen.

Obwohl: Zahnärzte haben angeblich die höchsten Suizidrate unter sämtlichen Berufsgruppen...
Vielleicht lass ichs dann doch lieber bleiben, nicht dass sich mein Zahnarzt vor lauter Reichtum noch was antut...
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