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AUF DIE KNIE...

Mein DJ-BOBO-DAY begann um 10 beim Berner „Zytglogge“: Ich schnitt mit dem Rad die Linkskurve, fädelte in die Tramschiene ein, knallte (volleyballwürdig) auf die kalten Pflastersteine und schlug mir das Knie auf. Und das ausgerechnet an dem Tag, an dem ich mich so aufgebrezelt hatte für meinen Abendtermin mit Mister DJ Bobo...
Weiter im Text... die 3 Interviewpartnerinnen, die ich um 12.00 im Studio empfangen sollte, sagten per Fax (?!?) ab. Mir blieben 3 Stunden Zeit um nach Luzern zu reisen und dort, nach einem viertelstündigen Interview, 3 Stunden Aufenthalt bis zum grossen Abend-Event: DJ Bobo präsentiert seinen „Eurovision Song Contest“-Song: VAMPIRES ARE ALIVE!
Ich als alte Bobo-Auslacherin setzte mich, im gefüllten I-Max-Kino, gemütlich mitten in die Zuschauer und guckte den Clip aus der Ferne – die Pressekonferenz war schliesslich erst auf 7 angesetzt...
Dann, der Stress: Beni Turnheer hatte eine glänzende Idee: Die Presse-Konferenz könnte doch gleich in diesem Rahmen (Presse & Zuschauer) stattfinden. Der ultimative Schock für einen Radio-Menschen mitten im Kinosaal also. Aus der Ferne sah ich, wie sich vorne die Pressemeute formierte... und ich begann mich (wild gestikulierend und mich entschuldigend) durch den gefüllten Saal zur Meute durch zu kämpfen. Dort angekommen merkte ich, dass ich als einzige weder mit Mik-Ständer noch mit einem Funk-Mik ausgestattet bin und irgendwie in einer kompletten Scheiss-Lage bin. Die Raumsituation war nämlich so, dass auf dem Tisch, an dem Turnheer, Bobo und der SF-Mann sassen, sämtliche Mikrofons aufgestellt waren. Die Journis selber hatten sich hinter die Absperrung zurückgezogen...
Ich hatte also 2 Möglichkeiten: Entweder ich kehrte ohne Live-Töne zurück oder... ich machte mich komplett zum Affen ;). Natürlich entschied ich mich für Letzteres. Ich atmete durch, kletterte um die Abschrankung, kniete mich zu DJ-Bobos Füssen und hielt (eine halbe Stunde lang und zitternd vor Anstrengung) mein Kabel-Mikorofon in die Höhe (die reklamierende Foto- und Fernesehjourni-Meute und das schmerzende Knie ignorierend).

Immerhin – ich hatte perfekte „Töne“, der Bobo lächelte immer zwischen 2 Sätzen mitleidig zwischen seine Beine zu mir runter und: Am Ausgang gabs eine Kühltasche voller Emmi-Produkte.

ps: Gibt es am Silvester nicht manchmal den Zusammenschnitt der peinlichsten Journis des Jahres? ...
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MC SUPER-DEAL-DRUCKER

Es war einmal... da musste ich nur auf „drucken“ drücken und schon druckte „es“.
Seit Samstag ist das anders: Das Papier staute, ich behob den Fehler, es staute erneut, dann funkte es, stank und... - der nette Drucker machte sein Licht für immer aus. Ich liess mir davon nicht den Tag verderben, sondern fasste den Entschluss, ein neues Gerät (inkl. Scanner, Kopierer etc.) zu kaufen.
Der nette Herr Intderdiscount verkaufte mir ein tiptopes Multifunktionsteil für 149 Franken und betonte, damit hätte ich einen ausserordentlich „guten Deal“ gemacht und, „ja, natürlich ist auch die passende Mac-Software dabei“ - Ich strotzte vor Stolz und schleppte das Teil per Tram nach Hause.
Anschliessen, einstecken, Testblatt drucken, alles funktionierte wunderbar - bis ich die Installations-CD einlegte. Ein Viereck mit dem Inhalt „Diese Software setzt mindestens das System OS X 10.3 voraus und kann nicht installiert werden“ erschien. Ich arbeite auf einem (3-jährigen OS X 10.2.8) – das Viereck blieb hartnäckig, egal was ich versuchte.
Da ich mir nicht vorstellen konnte, mit meinem Notebook schon wieder weg vom Fenster zu sein, suchte ich im Netz nach einem passenden „alten“ Treiber für meinen neuen Super-Deal-Drucker. Fazit nach 3 Stunden und 4 Telefonaten mit Mac-Kollegen: Es gibt keinen! Auch ein Update zu 10.3 war nicht möglich, da vor zwei Jahren ein Systemwechsel stattgefunden hat. Im Glauben an die intakte Mac-Fan-Gemeinschaft, suchte ich heute morgen den Dataquest-Shop in Bern auf und erlebte eine neuerliche Niderlage: Der netten Verkäufer (3 standen rum, ich musste mich bei demjenigen anstellen, der am bedienen war und wartete rund 20 Minuten) machte mich darauf aufmerksam, dass die Industrie ja blöd wäre, würde sie JEDEN Drucker für ALLE alten Geräte kompatibel machen, da würden sie ja im Endeffekt nichts mehr daran verdienen (?).
Ich müsse entweder ein neues Notebook kaufen (eine Jahresinvestition, wenn ich die Ferien aus dem Kalender streiche) oder mein altes aufrüsten... was mich nicht ganz billig käme. Auf die Frage nach dem illegalen Weg, reagierte der Herr Dataquest sensibel ☺ - doch ich glaube, ich habe jetzt den richtigen beschritten...

ps: Den Satz: „Mit PC wäre dir das nicht passiert“ – möchte eine Mac-Userin an dieser Stelle  trotz allem nicht hören! - Danke
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N.F.E - KAMPF UM DIE EHRE

Ich bin eine NFE, eine Nicht-Früchte-Esserin. Dies, obwohl ich ausgewogene Ernährung schätze und Sorge zu meiner Gesundheit trage. Ich esse zwar Früchte, aber eben nicht aus Liebe zur Sache, sondern zwanghaft. Diesbezüglich unterscheiden Leute wie ich sich grundsätzlich von allen FE, den Früchte-Essern.
An diesen Umstand habe ich in den letzten Wochen gerüttelt - der Mensch ist schliesslich ein Gewohnheitstier. Ich begann, jede meiner Taschen und Rucksäcke mit Früchten vollzustopfen, die mir dann im Alltag ganz selbstverständlich in die Hände fallen sollten. Und: Es klappte! Ich begann mich der 5-Früchte-pro-Tag-Grenze zu nähern.
Höhepunkt war schliesslich der Verzehr einer Orange vorgestern morgen (8 Uhr!?!?) im Zug. Stolz, mit klebrig triefenden Händen und brennenden Nagelrändern, blickte ich um mich und suchte nach ungläubigen Blicken anderer NFE’s (...fast hatte ich nämlich das Gefühl, zur anderen Seite zu gehören).
- Bis DIE FAMILIE auftauchte. DIE FAMILIE (Vater, Mutter, zwei Kinder) pflanzte sich ins Abteil neben mir und roch nach Mensch, Haut und altem Skisocken. Keine bewundernden Blicke zu meiner grosszügig gestapelten Orangenschale... – im Gegenteil: Das Familienoberhaupt hat ganz klar die verkappte NFE in mir erkannt. Kaum hingesetzt zurrte er genüsslich seinen grossen braunen Mammut-Tramper auf und und zauberte eine Grapefruit (?) hervor (ohne den spöttischen Blick von mir zu nehmen). Ich liess mich nicht lumpen und zerrte ein Rüebli aus der Handtasche (fast noch krasser als eine Frucht, finde ich...). Doch der Kampf war noch lange nicht gewonnen: Je eine Banane pro Kind, für sich packte Vater einen Apfel aus und dann... – der Gnadenstoss: DIE FRAU biss (mit ihren gelben, vor Gesundheit triefenden, Zähnen) in einen knackigen Fenchel, der seinen Duft im ganzen Waggon verstreut.
Mir schnürte sich die Kehle zu, ich begann zu schwitzen, doch ich blieb standhaft: Morgen versuche ichs mit einem Selleri...
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DARUM "EIGENTLICH NICHT"

Sonntag, 8 Uhr 04, ich richte mich im Zürcher Hauptbahnhof, im Zug Richtung Hauptstadt, gemütlich ein. Der Zug füllt sich mit Menschen, mein 4-er-Abteil leider auch. Eine Frau (ca. 40-ig) und ein Mann (ca. 60-ig) gesellen sich zu mir. Obwohl „gesellen“ stark übertrieben ist: „Fröläin, das Abtäil ist für meh als äi Person konzipiert,... also würde si bitte...“ (begleitet von einer wegwischenden Handbewegung in Richtung meiner Füsse). Ich nehme höflich meine Tasche vom Visavis-Sitz, ziehe meine Schuhe wieder an, und die beiden legen los:

ZD (Züri-Dame): Warum ist Bern eigentlich Hauptstadt?
ZH (Züri- Herr): Keine Ahnung, aber das wollten sie doch schon längst ändern.
ZD: Ja, die sollen mal vorwärts machen damit, Bern ist ja einschläfernder als Winti (Winterthur)!
ZH: Ja, kaum Promis dort...
ZD: Du sagst es! Wer wohnt schon in Bern?

    (dass die Bernerin visavis längst ihr Moleskine gezückt und zu notieren begonnen hat,     merken die beiden nicht - wahrscheinlich lernt „es“ lesen, das freche Fräulein)

ZH: Man könnte glatt Winterthur nehmen – als Hauptstadt, meine ich...
ZD: Hm... singen können sie zwar in Bern. Die haben diesen Baschi (?!???)
ZH: Waschi?
ZD: Baschi! Ein junger Rockstar, der hats echt – auch international - drauf...
ZH: Ach ja, Waschi, den kenn ich, doch doch!
ZD: ...und sie lesen lyrische Texte, die Berner...
ZH: Interessant! Ich lese viel zu wenig...
ZD: Ich auch. Vor allem keine Zeitungen. So die NZZ würd ich noch knapp lesen. Alles andere interessiert mich eben nicht...
ZH: Was interessiert dich nicht?
ZD: ... ja so das Politische halt...

Genug gehört?
An dieser Stelle hat die Bernerin ihr Moleskine weg-, und den I-Pod wieder an-gelegt.

- Zürich als Hauptstadt? Warum eigentlich nicht ? ☺

ps:
Die ZD war übrigens Psychologin und fuhr zu einem Vorstellungsgespräch in Bern. Der ZH war ihr Begleiter, weil sich die ZD notorisch davor fürchtet, allein Zug zu fahren...
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