HINSEH-TAG
Als ich neulich gedankenverloren die Strasse entlang ging, kamen mir 5 Jugendliche entgegen: 16 bis 20 jährig, hip-hop-Stil und schlurfenden Schrittes. Soweit hatte ich damit kein Problem, bis auf die ewig quälenden Fragen: Wen blicke ich an? Blicke ich überhaupt einen von ihnen an? Wenn ja, welchen, ab wann und wie lange? Oder blicke ich besser an der Gruppe vorbei? Wohin denn? Über sie drüber, neben ihnen durch oder runter auf den Asphalt?
Ich wusste es nicht und konzentrierte mich lieber darauf, nicht zu langsam und nicht zu schnell zu gehen (solange bis ich fast verlernte zu gehen...) und, ich entschied mich einmal mehr für ein diskretes Wegsehen.
Schliesslich lebe ich in einer „Kultur des Wegsehens“. Diese Erkenntnis und der Gedanke daran, dass die meisten meiner Leserinnen ebendieses Phänomen kennen, beruhigte mich. Die beruhigende Erkenntis wurde auf dem Heimweg im Tram ruckartig ins Wanken gebracht. Das Kind im Wägeli vor mir starrte mich nämlich unverwandt an. Ich lächelte - es starrte, ich guckte weg und gleich wieder hin - es starrte noch immer, ich schnitt eine Grimasse - es starrte...
Fazit: Die „Kultur des Wegsehens“ ist keineswegs angeboren, sondern vielmehr antrainiert/ansozialisiert und gilt demnach unbedingt zu brechen... ;)
Experiment: DER HINSEH-TAG
Die einfache Regel: Wenn etwas meine Aufmerksamkeit – durch Geräusche, Schönheit, Kuriosität oder Bewegung – auf sich zieht, schaue ich hin. Solange und intensiv wie der Verusacher von Interesse ist.
Der erste Hinsehtag war heute...
... die Reaktion der „Angestarrten“ war verblüffend: Sie schauten zurück, lächelten und die meisten öffneten sogar den Mund und begannen ihr eigenes Verhalten zu kommentieren!
Erfolg auf der ganzen Linie also? Nicht ganz: Ein musikhörender Mittfünfziger fragte anrüchig lächend: "Kennen wir uns junge Frau?" ... - is ja zum Glück nur ein Experiment!
Ich wusste es nicht und konzentrierte mich lieber darauf, nicht zu langsam und nicht zu schnell zu gehen (solange bis ich fast verlernte zu gehen...) und, ich entschied mich einmal mehr für ein diskretes Wegsehen.
Schliesslich lebe ich in einer „Kultur des Wegsehens“. Diese Erkenntnis und der Gedanke daran, dass die meisten meiner Leserinnen ebendieses Phänomen kennen, beruhigte mich. Die beruhigende Erkenntis wurde auf dem Heimweg im Tram ruckartig ins Wanken gebracht. Das Kind im Wägeli vor mir starrte mich nämlich unverwandt an. Ich lächelte - es starrte, ich guckte weg und gleich wieder hin - es starrte noch immer, ich schnitt eine Grimasse - es starrte...
Fazit: Die „Kultur des Wegsehens“ ist keineswegs angeboren, sondern vielmehr antrainiert/ansozialisiert und gilt demnach unbedingt zu brechen... ;)
Experiment: DER HINSEH-TAG
Die einfache Regel: Wenn etwas meine Aufmerksamkeit – durch Geräusche, Schönheit, Kuriosität oder Bewegung – auf sich zieht, schaue ich hin. Solange und intensiv wie der Verusacher von Interesse ist.
Der erste Hinsehtag war heute...
... die Reaktion der „Angestarrten“ war verblüffend: Sie schauten zurück, lächelten und die meisten öffneten sogar den Mund und begannen ihr eigenes Verhalten zu kommentieren!
Erfolg auf der ganzen Linie also? Nicht ganz: Ein musikhörender Mittfünfziger fragte anrüchig lächend: "Kennen wir uns junge Frau?" ... - is ja zum Glück nur ein Experiment!
Kommentare
Das erinnert mich an ein Erlebnis in der Wiener U-Bahn. Da habe ich als kleiner Bub mal einen angestarrt, der aber auch verdammt seltsam ausgesehen hat. Darauf meinte der wütend zu mir: "Hab ich Hörner aufm Kopf oder was glotzt denn so!"
Ich habe mal gelesen, dass wir von frühester Menschheit darauf konditioniert wurden, dass wir uns beim Vorbeigehen an Fremden den so genannten "Kontroll-Blick" zuwerfen sollten. Weil dieser Kurze Blick in die Augen des oder der Kreuzenden signalisiert "Ich tue dir nichts, ich gehe einfach friedlich vorbei, ok?!"
Das Hinseh-Tag Experiment finde ich eine gute Idee, weil wir tatsächlich in einer Kultur des Wegsehens leben. Es kommt wohl auch darauf an ob man freundlich hinsieht oder jemanden anstarrt, wie ich damals in der U-Bahn.
ja, der kontroll- oder der reaktionsblick, der findet wohl immer statt aber meist fesselt uns eine bewegung oder ein geräusch (oder sogar ein gespräch:)) ja mehr als nur für den bruchteil einer sekunde.
und, natürlich sollte freundlich hingesehen und nicht gestarrt werden. - ausser es handelt sich um eine winkende, virtuelle dame :) - hast du sie jetzt?
lg
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