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DIE REGLERIN

Es gibt gewisse Regeln im Leben – das zumindest wurde mir die ersten 17 Jahre meines Daseins eingetrichtert. Nur hat sich bald einmal herausgestellt, dass es an denjenigen Orten, an denen Regeln wirkliche etwas regeln würden, eben keine sinnvollen Regeln gibt...
Zum Beispiel an Konzerten: Wie verhalte ich mich als Zuschauerin an einer so genannten Schnittstelle im Menschenpulk des Zuschauerraumes korrekt?
Mit Schnittstelle meine ich die Übergänge von zum Beispiel denen, die voll am Abtanzen sind und denen, die sich mit einem leichten Kopfnicken begnügen. Ich treffe meist auf genau diese Schnittstellen und  da fehlen mir dann die Regeln – die es doch angeblich im Leben gibt.
Wie lange soll ich meine Hände oben behalten und klatschen, wenn die Leute hinter mir längst  damit aufgehört haben? Ist es peinlich, mitzusingen, wenn rundherum keiner einen Ton von sich gibt? Warum überhaupt schaffen es die Leute in den hinteren Reihen nie, die Arme im selben Takt zu schwenken, wie die vorderen Reihen und die Taktangeber auf der Bühne und warum hört die Nachbarin immer genau dann auf mit klatschen auf, wann ich  -  ich weiss es schlicht nicht!
Tipp für ein kleines Experiment:
Versuchen Sie sich  an ihrem nächsten Konzert korrekt und nach Lust und Laune zu verhalten. Das heisst, genau so, wie es die Band und die Musik verlangen – völlig ungeachtet aller Nachbarn und Schnittstellen. Klatschen Sie dann den Takt wenn alle Hände unten sind und schwenken Sie ihre Arme konsequent richtig und singen sie die Passagen, die sie kennen, mit.
Sie werden staunen, wie dankbar die verlorene Meute um sie herum sein wird und wie schnell sich alle "richtig" verhalten!
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TDF – TAG DER FALLE

Kennen Sie den „TAG DER FALLE“? – ich habe ihn letztens kennen gelernt...
Die Welt rund um mich war zwar die Alte, sämtliche Begebenheiten entwickelten sich allerdings an diesem speziellen Tag in eine verheerende Richtung. Angefangen hat der besagte TDF morgens um 05.45. Ich selber stellte die erste Falle:
-    Ich  verliess das Haus und liess meinen Freund schlafend zurück.
Die zweite Falle stellte meine Schwester:
-    Sie fragte mich, ob wir abends zu viert ans Openairkino gehen wollten.
Beides alltägliche Handlungen, die allerdings an einem TDF eine verheerende Wirkung entfachen können. Falle Nummer 1 schnappte zu, als meine neue Mitbewohnerin das Haus verliess, ohne Kenntnis von dem schlafenden Mann in meinem Zimmer. Falle Nummer 2 schnappte zu, als ich meiner Schwester mit JA antwortete und mich entschied, die Tickets für das Kinoereignis „die Herbstzeitlosen“ an der Abendkasse zu erstehen.
Beide Fallen warteten ungleich lang auf ihren Höhepunkt: Die Wohnungsfalle schnappte kurz nach 9.00 zu, als mein Freund erwachte und sich auf den Weg in einen vollgepackten Tag machen wollte, der ihm allerdings von einer verschlossenen Wohungstür zunichte gemacht wurde. Er besitzt nämlich keinen Schlüssel zu meiner Wohnung, ich konnte von meinem Arbeitsplatz nicht weg (da ich allein im Sendestudio sass) und meine Mitbewohnerin hatte ihr Handy ausgeschalten. Der Arme war also gezwungen (nach etlichen Versuchen, sich eine Leiter zu organisieren) den Tag in meiner Wohnung zu verbringen.
Falle Nummer 2 schnappte zu, als ich meine Kinotickets ersteigert hatte und mich um punkt 19.06 im Kino befand, voller stolz meine Schwester anrief und die mir erfreut mitteilte: „ach super, wenn du jetzt schon die Plätze besetzt, wir kommen dann so gegen halb 10“...
Meine Falle stellte sich als die bedeutend schlimmere heraus: Oder wussten Sie, dass die Menschen in einem Openairkino die Zeit zwischen Ticketkauf und Film ausschliesslich damit verbringen fettige Dinge in sich reinzuschlingen und Unsinn zu quatschen?
Ich weiss es jetzt – TDF sei dank. 
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