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DIE REGLERIN

Es gibt gewisse Regeln im Leben – das zumindest wurde mir die ersten 17 Jahre meines Daseins eingetrichtert. Nur hat sich bald einmal herausgestellt, dass es an denjenigen Orten, an denen Regeln wirkliche etwas regeln würden, eben keine sinnvollen Regeln gibt...
Zum Beispiel an Konzerten: Wie verhalte ich mich als Zuschauerin an einer so genannten Schnittstelle im Menschenpulk des Zuschauerraumes korrekt?
Mit Schnittstelle meine ich die Übergänge von zum Beispiel denen, die voll am Abtanzen sind und denen, die sich mit einem leichten Kopfnicken begnügen. Ich treffe meist auf genau diese Schnittstellen und  da fehlen mir dann die Regeln – die es doch angeblich im Leben gibt.
Wie lange soll ich meine Hände oben behalten und klatschen, wenn die Leute hinter mir längst  damit aufgehört haben? Ist es peinlich, mitzusingen, wenn rundherum keiner einen Ton von sich gibt? Warum überhaupt schaffen es die Leute in den hinteren Reihen nie, die Arme im selben Takt zu schwenken, wie die vorderen Reihen und die Taktangeber auf der Bühne und warum hört die Nachbarin immer genau dann auf mit klatschen auf, wann ich  -  ich weiss es schlicht nicht!
Tipp für ein kleines Experiment:
Versuchen Sie sich  an ihrem nächsten Konzert korrekt und nach Lust und Laune zu verhalten. Das heisst, genau so, wie es die Band und die Musik verlangen – völlig ungeachtet aller Nachbarn und Schnittstellen. Klatschen Sie dann den Takt wenn alle Hände unten sind und schwenken Sie ihre Arme konsequent richtig und singen sie die Passagen, die sie kennen, mit.
Sie werden staunen, wie dankbar die verlorene Meute um sie herum sein wird und wie schnell sich alle "richtig" verhalten!
Kommentare (6)  Permalink

Kommentare

themse @ 23.08.2007 08:37 CEST
"du triffst den nabel auf den knopf" (o-ton flo)!
aber hat, dass man sich an konzerten oft an einer dieser schnittstellen wiederfindet, nicht damit zu tun, dass man weder gewillt, ein ganzes konzert lang nur mit dem kopf zu nicken, noch erpicht darauf ist, zwei stunden lang aus voller kehle mitzujohlen und dazu noch wild rumzutanzen?
by the way: was fürn konzert war des denn?;-)
die vom zwischenbericht @ 23.08.2007 09:45 CEST
alles ist erlaubt, einfach bitte bloss nicht mit den händen im takt mitklaschen. oder noch schlimmer: mitschnipsen. buäh, da läuft es mir kalt den rücken runter, wenn ich nur schon dran denke...
rah @ 24.08.2007 10:51 CEST
themse: es waren diverse konzerte aber ich bin irgendwie immer in der selben situation. und ausserdem bildet sich immer genau da ein weg, wo ich mich befinde - vielleicht weil ich so klein bin und die leute von weitem das gefühl haben da sei ne lücke?

dievomzwischenbericht: das mit dem takt ist so ne sache. ich bin ja nicht so der taktangeber aber ich habe manchmal das gefühl, dass immer genau die klatschen, die absolut gar kein gefühl dafür haben?!?
ich werd mir ihr "allesisterlaubt" hinter die ohren schreiben! dangge
Marquee @ 25.08.2007 11:31 CEST
Bei den allermeisten Songs und Musikstilen liegen die Zuhörenden richtig, wenn sie den jeweils ZWEITEN und VIERTEN Schlag eines Taktes durch Klatschen/Schnippen/Stampfen unterstützen.
Schlimm finde ich an Konzerten nicht die Menschen ohne jegliches Taktgefühl, sondern die Alle-4-Schläge-Klatscher, weil die so tun, als müssten sie der Band klatschenderweise das Tempo diktieren. Für unsichere Klatscher gibt es glücklicherweise eine kleine Faustregel: Klatschen passt am besten dann, wenn der Schlagzeuger auf sein Snare drischt (zu 99% ist das die Trommel unten links). Eben: eins-ZWEI-drei-VIER-eins-ZWEI-drei-VIER...
rah @ 25.08.2007 19:47 CEST
besten dank für den kurzen crashkurs aber ich bin eh nicht soo die klatscherin. ausser vielleicht am 27. ... hm... dann werd ichs mir merken 2 4 2 4 2 4 ... so jetzt muss ich vorwärtsmachen bevor mir der weisswein die letzte energie raubt :)
saychicken @ 10.09.2007 09:26 CEST
Dein Problem lässt sich dadurch lösen, indem du einfach nur noch an unsere Konzerte kommst. Die sind erstens wahnsinnig selten, womit sich schon mal die Häufigkeit des Problems enorm verringert und zudem ist die Zuschauermenge meist nicht so gross, womit es keine eigentliche Schnittstelle zwischern Tanzenden, Schnippenden und Klatschenden gibt.Bei völliger Verzweiflung ist es zudem ratsam, möglichst nahe bei der Bar zu stehen. Denn mit einem Bier in der Hand hat sich die Sache mit dem Klatschen eh erledigt.
Gruess
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