BlogBilderKontakt

KAPUTTES SCHAF

In der Migros der Berner Marktgasse gibt’s seit neustem Schafe. Angetroffen habe ich sie heute Nachmittag zum ersten Mal, als ich (als notorischer Kein-1-Fränkler-dabei-Fall) zum mühsamen „Körbli“ griff. Grasgrün, nur wenig grösser als die eigentlichen Körbli, mit winzigen Rollen und einem praktisch langen Griff damit man sie hinter sich herziehen kann, standen sie da und hatten eine frappante Ähnlichkeit mit wartenden Schafen: Nigelnagelneue Zieh-Körbe.
Leicht verwirrt entschied ich mich dafür ein «Schaf» auszuprobieren. Natürlich blickte ich mich erst gründlich um, ob die Migros wohl so mutige Menschen wie mich zu Testzwecken filmt – Negativ, keine Kamera.
Vorsichtig zog ich also an der komplexen Mischung aus Tragkorb und Grosis Einkaufwägeli und siehe da, das Schaf fuhr rasselnd hinter mir her - mein Stolz wuchs ins Unermessliche.
Mit rund 8 Gegenständen beladen dann der erste Unfall: Das Schaf begann nach einer optimal gefahrenen Linkskurve zu scheppern. Igendein Rädchen klemmte. Da ich mich nicht völlig lächerlich neben dem Ding runterknien und dem Gescheppere auf den Grund gehen mochte, zog ich tapfer weiter und erntete dafür diverse hochgezogene Augenbrauen der feigen Wägeli-Schieberinnen und Körbli-Träger. Lust, das Schaf in eine Ecke zu stellen, hatte ich jedoch nur einmal, nämlich als das Schaf in einer Rechtskurve auch noch den Elchtest verlor, einen Swiffer herunterfegte und vollends kippte. Da weit und breit Niemand zu sehen war, half ich meinem Schaf auf die Räder und hetzte scheppernd zur nächsten Kasse. Doch wohin nun mit dem Schaf? Für die anderen Körbli war es zu gross und ohne Einfränkler-Fächli konnte ich das Ding auch nirgens einstecken.
Ich hatte keine Kraft mehr, jetzt noch aufzugeben und um Hilfe zu fragen. Deshalb blieb ich hart, räumte mein Schaf leer und schob es mit der Schuhspitze unter den Kassentisch – es zerriss mir fast das Herz, doch auch mein Leben ist schliesslich kein Zuckerschlecken!!!

ps: Ich hoffe seither inständig, dass der Schrei den ich beim Hinauslaufen vernahm aus dem Baby-Wagen an Kasse 2 kam und nicht unter dem Kassentisch hervor...
Ach, das nächste Mal nehme ich echt wieder einen 1-Fränkler mit!
Kommentare (2)  Permalink

REGEN GUT, ALLES GUT

«Regen macht schlau, fit, gesund und glücklich - nicht etwa schön, wie der Volksmund behauptet».
Den empirischen Beweise hierfür habe ich in den letzten 20 Tagen gesammelt. Während der Sommer in der Schweiz doch noch den Rank fand und mit freundlichen Tagen die Gemüter beruhigte, schiffte es in Polen (meiner Sommerferiendestination) ohne Ende.
Als ich mich entschied meine Sommerferien per Rad im geschichtsträchtigen Land im Osten - genauer zwischen Berlin und Bialystock - zu verbringen, ahnte ich davon natürlich nichts und zugegebenermassen hätte ich meine Radtour in den Süden verlegt, wenn ich davon gewusst hätte. Im Norden Polens war es die letzten 3 Wochen im Schnitt 11 Grad kalt und bis auf 3 Tage regnete es täglich.
Zurück zur Behauptung oder zur Erklärung der Behauptung:
Regen macht schlau, weil man auf einmal wieder an die Naturgesetze glaubt, weil man verschiedene Windarten zu unterscheiden lernt und natülich weil man gezwungen ist sich Wetterprognosen in einer seltsamen polnischen Konsonantensprache zu Gemüte zu führen;
Regen macht fit, wenn das Motto der Reise ist: „ ... wenn es irgendwo schön ist bleiben wir ein paar Tage und spannen aus, wenn nicht brechen wir gleich wieder auf" (wir sind 800 Km. geradelt)
Regen macht gesund, weil keine Sonne da ist, die einem die Haut verbrennen kann und weil man öfter in privaten Zimmern statt im Zelt übernachtet.
Und schliesslich macht Regen eben auch glücklich, denn nie hab ich mich mehr gefreut über einen wolkenverhangenen aber trockenen Himmel, nie hat mich Bier so wohlig gewärmt und nie war ich so dankbar für jedes erdenkliche Dach über den Kopf – auch wenn es das hinterletzte Loch war.

Es lebe der Regen!
Kommentare (5)  Permalink
1-2/2