BLECHTIERE
Sie machen keine Geräusche. Doch, sie machen Geräusche aber ich höre nichts davon. Auch ich mache Geräusche, die ich nicht höre. Was ich höre ist bloss Musik – laute, klassische Musik auf DRS 2.
Die Uhr zeigt 03.50 ich bin im Auto unterwegs zur Arbeit. Auch andere Autos sind unterwegs. Sie nähern sich mir wie winzige Tiere, die rasch grösser werden. Sie tauchen gruppenweise auf, erscheinen irgendwie ferngesteuert. Wahrscheinlich weil eines von ihnen zu langsam fährt und sich die anderen aufstauen oder aber weil sie allesamt froh sind, wenn sie in der finsteren Nacht nicht allein sind und sich einem anderen Tier anhängen können. Mir geht es genauso. Am liebsten schleicht mein Tier um diese Uhrzeit einem anderen hinterher. Kommt eines von ihnen jedoch dem meinen von hinten zu nahe, verunsichert mich dies und ich stelle umgehnde meine klassische Musik leiser. Ich staune immer wieder über diese Gefühle...
Mir geht der Gedanke durch den Kopf, dass ich mit diesen anderen Menschen, die mir da begegnen, sprechen würde, wären sie nicht in Blech gehüllt. Wir würden uns darüber wundern was wir um diese Zeit auf der Strasse zu suchen haben, wir würden und anlächeln, uns wieder erkennen am nächsten Morgen – ja, wir wären auf eine Art Verbündete. So aber, mit unseren Blechtieren rundherum, wissen wir nicht einmal sicher, ob in jeder dieser Hülle nauch ein weicher Kern sitzt. Seltsam, seltsam...
Und doch: Irgendwie ist das Verhalten dieser frühmorgendlichen Blechtiere viel realistischer als meine Utopie davon, wie es wäre, ohne das ganze Blech drumherum. Unbewusst zielen die Blechtiere nämlich auf eine perfekte Mischung zwischen möglichst viel physischer Nähe und innerer Distanz - gar nicht so unmenschlich, würd ich meinen.
Die Uhr zeigt 03.50 ich bin im Auto unterwegs zur Arbeit. Auch andere Autos sind unterwegs. Sie nähern sich mir wie winzige Tiere, die rasch grösser werden. Sie tauchen gruppenweise auf, erscheinen irgendwie ferngesteuert. Wahrscheinlich weil eines von ihnen zu langsam fährt und sich die anderen aufstauen oder aber weil sie allesamt froh sind, wenn sie in der finsteren Nacht nicht allein sind und sich einem anderen Tier anhängen können. Mir geht es genauso. Am liebsten schleicht mein Tier um diese Uhrzeit einem anderen hinterher. Kommt eines von ihnen jedoch dem meinen von hinten zu nahe, verunsichert mich dies und ich stelle umgehnde meine klassische Musik leiser. Ich staune immer wieder über diese Gefühle...
Mir geht der Gedanke durch den Kopf, dass ich mit diesen anderen Menschen, die mir da begegnen, sprechen würde, wären sie nicht in Blech gehüllt. Wir würden uns darüber wundern was wir um diese Zeit auf der Strasse zu suchen haben, wir würden und anlächeln, uns wieder erkennen am nächsten Morgen – ja, wir wären auf eine Art Verbündete. So aber, mit unseren Blechtieren rundherum, wissen wir nicht einmal sicher, ob in jeder dieser Hülle nauch ein weicher Kern sitzt. Seltsam, seltsam...
Und doch: Irgendwie ist das Verhalten dieser frühmorgendlichen Blechtiere viel realistischer als meine Utopie davon, wie es wäre, ohne das ganze Blech drumherum. Unbewusst zielen die Blechtiere nämlich auf eine perfekte Mischung zwischen möglichst viel physischer Nähe und innerer Distanz - gar nicht so unmenschlich, würd ich meinen.