DER BLAUE JUNGE
Blau ist die Farbe der Hoffnung, blau ist die Iris seiner Augen, blau sein Pullover und blassblond seine Haare. Der 14-Jährige blickt mich erwartungsvoll an. Er ist heute mein Schnupperstift, guckt mir beim Alltag zu und will herausfinden, ob dieser Beruf in ferner Zukunft auch mal seiner sein könnte.
Eine Situation, die ich bisher immer gelassen genommen habe, wird zur Meisterprüfung. Bei diesem Jungen mit dem blauen Blick komme ich ins Grübeln. Mehr noch, ich sehe mir selber bei der Arbeit zu: Hektik, Zeitdruck, Oberflächlichkeit, 100 Dinge und Aufgaben parallel - unter dem blauen Blick werde ich mit jeder Minute unsicherer.
Nach rund 6 Stunden jedoch, kommt überraschend die Frage: „Was muss ich tun, um so zu werden wie Du?“ – schlagartig fühle ich mich wie eine Malerin vor einer weissen Leinwand. Der blaue Junge hat die Zukunft vor sich, er ist voller Hoffnung, er kann die Weichen stellen und jeder Satz den ich jetzt sage ist wichtig.
In meiner Vorstellung reicht mir der Junge den Pinsel zu seiner Leinwand und guckt mich hoffnungsvoll an. Und ich weiss genau, der Pinsel, den ich in der Hand halte, ist hundert mal zukunftsweisender als der, den seine Eltern, Lehrer, Geschwister und sonstigen Bekannten je überreicht bekommen werden.
Ich halte die Zeit an, halte in der Arbeit inne, lasse sämtliche Deadlines fallen, lehne mich zurück und denke gründlich nach...
Mit einem Rucksack voller philosophischer Gedanken, voller ernst gemeinter Ratschläge und ausgestattet mit einer kritischen Haltung gegenüber dem aktuellen Bildungssystem, schicke ich den blauen Jungen schliesslich nach Hause – und: die Freude an meinem Beruf ist grösser denn je!
Eine Situation, die ich bisher immer gelassen genommen habe, wird zur Meisterprüfung. Bei diesem Jungen mit dem blauen Blick komme ich ins Grübeln. Mehr noch, ich sehe mir selber bei der Arbeit zu: Hektik, Zeitdruck, Oberflächlichkeit, 100 Dinge und Aufgaben parallel - unter dem blauen Blick werde ich mit jeder Minute unsicherer.
Nach rund 6 Stunden jedoch, kommt überraschend die Frage: „Was muss ich tun, um so zu werden wie Du?“ – schlagartig fühle ich mich wie eine Malerin vor einer weissen Leinwand. Der blaue Junge hat die Zukunft vor sich, er ist voller Hoffnung, er kann die Weichen stellen und jeder Satz den ich jetzt sage ist wichtig.
In meiner Vorstellung reicht mir der Junge den Pinsel zu seiner Leinwand und guckt mich hoffnungsvoll an. Und ich weiss genau, der Pinsel, den ich in der Hand halte, ist hundert mal zukunftsweisender als der, den seine Eltern, Lehrer, Geschwister und sonstigen Bekannten je überreicht bekommen werden.
Ich halte die Zeit an, halte in der Arbeit inne, lasse sämtliche Deadlines fallen, lehne mich zurück und denke gründlich nach...
Mit einem Rucksack voller philosophischer Gedanken, voller ernst gemeinter Ratschläge und ausgestattet mit einer kritischen Haltung gegenüber dem aktuellen Bildungssystem, schicke ich den blauen Jungen schliesslich nach Hause – und: die Freude an meinem Beruf ist grösser denn je!
Kommentare
mariposa
@ 06.10.2007 12:28 CEST
Sehr schön... Geben zu können macht reich. Reich an Sinn. Lass ihn niemals los, diesen Sinn und Inhalt. Bis bald
Sehr schön... Geben zu können macht reich. Reich an Sinn. Lass ihn niemals los, diesen Sinn und Inhalt. Bis bald
rah
@ 06.10.2007 12:38 CEST
nee, reich machts mich leider nicht :)
doch doch, auf diese weise natürlich schon. ansonsten nage ich halt immer noch am hungertuch, obwohl ich grad vor 5 minuten eine züpfe in den ofen geschoben habe...
hmm!!!
bis bald und vielleicht mach ich ja näxtes wochenende auch eine züpfe, mal sehen...
r
nee, reich machts mich leider nicht :)
doch doch, auf diese weise natürlich schon. ansonsten nage ich halt immer noch am hungertuch, obwohl ich grad vor 5 minuten eine züpfe in den ofen geschoben habe...
hmm!!!
bis bald und vielleicht mach ich ja näxtes wochenende auch eine züpfe, mal sehen...
r
mariposa
@ 06.10.2007 23:42 CEST
mmmh.. tönt gut!hoffentlich schmeckt sie morgen früh, die Züpfe. Auch wenn ich mich im moment nicht sehr häuslich fühle (was überhaupt hält mich hier?) würde ich gerne auch einen (selbst gemachten) teil beisteuern nächstes wochenende. Weil dein Hungertuch möchte ich lieber nicht schmecken - auch wenn die Möglichkeit bestehen würde, dass ich dabei auch etwas von deiner Leidenschaft abkriege. :-)
mmmh.. tönt gut!hoffentlich schmeckt sie morgen früh, die Züpfe. Auch wenn ich mich im moment nicht sehr häuslich fühle (was überhaupt hält mich hier?) würde ich gerne auch einen (selbst gemachten) teil beisteuern nächstes wochenende. Weil dein Hungertuch möchte ich lieber nicht schmecken - auch wenn die Möglichkeit bestehen würde, dass ich dabei auch etwas von deiner Leidenschaft abkriege. :-)
starhead
@ 11.10.2007 20:53 CEST
Die Menschen wollen alle unsterblich sein, aber sie wissen schon an einem verregneten Sonntag nichts mit sich anzufangen. Ich freue mich für dich, liebenswerte RAH, dass du dich so glücklich schätzen kannst, solche "kleine" menschenGROSSE Dinge vollbringen zu können ;-)
WOW !
....
alles liebe, ...
S
Die Menschen wollen alle unsterblich sein, aber sie wissen schon an einem verregneten Sonntag nichts mit sich anzufangen. Ich freue mich für dich, liebenswerte RAH, dass du dich so glücklich schätzen kannst, solche "kleine" menschenGROSSE Dinge vollbringen zu können ;-)
WOW !
....
alles liebe, ...
S
ohh, welch eine ehre, sie auf meinem blog re-begrüssen zu dürfen lieber starhead!
das weht frischen wind in die verstaubte szenerie...
ich hoffe es geht dir gut, würde gerne wissen wo auf der welt du dich aufhälst...
liebgruss, die liebenswerte :)
starhead
@ 22.10.2007 00:32 CEST
---> an die liebenswerte RAH, .... nun, ... die geschichte ist nicht all zu lang zu erzählen, ... hab mich in meinem schon etwas betagteren alter hin-verzücken lassen, ... meinen job im ehrwürdigen chemischen institut zu schmeissen, selbiges etwa vor 7 monaten und beschlossen mal nichts zu tun, ausser hie und da nach frankreich zu gondeln, fotos zu machen und bei einem filmchen als praktikabler beleuchter zu arbeiten, ... einstweilen bin ich an der fachhochschule dornbirn als ordentlicher student für mediendesign inscribiert und mache tagtäglich und nachtnächtlich hausaufgaben, arbeite an seminararbeiten, streite mit der wissenschaftlichen arbeits- und schreibweise, lese als nebenbeschäftigung bücher und geniesse meine nervenzusammenbrüche zwischen den mahlzeiten, während ich der sinnhaftigkeit des ganzen nachsinne und das seit schulbeginn des wintersemesters. ansonsten, .... das leben lebt und frischer wind, ... anmerkung: etwa ähnlich, wenn ich zur türe deines blogs nach fünfhunderfünfundsiebzig tagen wieder eintrete und ne message hinterlasse (anmerkung zu) , ... weht wieder ;-) alles liebe an dich und meine herzliche verehrung, .... liebenswerte RAH , .... mit frundlicher geste, ... starhead.
---> an die liebenswerte RAH, .... nun, ... die geschichte ist nicht all zu lang zu erzählen, ... hab mich in meinem schon etwas betagteren alter hin-verzücken lassen, ... meinen job im ehrwürdigen chemischen institut zu schmeissen, selbiges etwa vor 7 monaten und beschlossen mal nichts zu tun, ausser hie und da nach frankreich zu gondeln, fotos zu machen und bei einem filmchen als praktikabler beleuchter zu arbeiten, ... einstweilen bin ich an der fachhochschule dornbirn als ordentlicher student für mediendesign inscribiert und mache tagtäglich und nachtnächtlich hausaufgaben, arbeite an seminararbeiten, streite mit der wissenschaftlichen arbeits- und schreibweise, lese als nebenbeschäftigung bücher und geniesse meine nervenzusammenbrüche zwischen den mahlzeiten, während ich der sinnhaftigkeit des ganzen nachsinne und das seit schulbeginn des wintersemesters. ansonsten, .... das leben lebt und frischer wind, ... anmerkung: etwa ähnlich, wenn ich zur türe deines blogs nach fünfhunderfünfundsiebzig tagen wieder eintrete und ne message hinterlasse (anmerkung zu) , ... weht wieder ;-) alles liebe an dich und meine herzliche verehrung, .... liebenswerte RAH , .... mit frundlicher geste, ... starhead.
Keine (weiteren) neuen Kommentare erlaubt.