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AUS DER WELT GEREDET

Die Merkel ist schon eine schöne Schese“ – „Ja und eine rechte Schlampe“ – „Nein, was die eins in der ganzen Welt herumgondelt mit unserem Steuergeld und dann immer diese teuren Klunker um den Hals“ - „Die würde besser mal etwas für ihren Hals tun, der ist ja jetzt schon ganz runzlig“...
Richtig, die vorangehenden Satzfragmente stammen nicht direkt aus meinen Tasten!
Gehört und notiert habe ich sie im Regionalzug Bern/Langnau. Die beiden Damen mittleren Alters, welche den Blödsinn von sich gaben, sprachen tatsächlich über Angela Merkel; später dann aber auch über den wahnsinnig dicken Pfarrer ihrer Gemeinde, die total nervöse Frau vom gemeinsamen Nachbarn und, als ich in Langnau ausstieg, wahrscheinlich auch über "die heutigen jungen Frauen mit den allzu kurzen Röcken".
Nüchtern betrachtet gibt es hierfür zwei Möglichkeiten:
A: Im Umfeld dieser beiden Damen leben tatsächlich nur die seltensten Idioten
B: Menschen reden im Zwiegespräch lieber schlecht als gut über ihre Mitmenschen
Letzteres klingt wohl plausibler. Doch die Art und Weise wie diese zwei Damen kommunizierten und über ihr Umfeld herzogen, ist keine Seltenheit. Nur allzu oft, wenn ich im Zug sitze und meiner Umwelt lausche, fällt mir auf wie viel im Grunde genommen einfach so ins Blaue hinaus gelästert wird - und das nicht nur von Frauen mittleren Alters. Da gibt es Geschäftsherren, junge Mädchen, Pesionäre usw. - die Lästerei ist Allgegenwärtig. Mehr noch, sie ist wohl auch ein Stück Kultur oder Menschlichkeit und vor allem hat sie auch ihr Gutes. Nicht selten nämlich verschwindet zusammen mit dem Gelästere auf wunderliche Art und Weise auch die Aussage...
Im Gespräch der Damen mittleren Alters schnappte ich später nämlich noch auf "Ja, in Deuschland da ist die Welt noch in Ordnung, als ich letzten Herbst mit Werner im Schwarzwald war..." - "ja, die haben eben eine Regierung die durchgreift, nicht wie hier bei uns..." - und DAS alles trotz der runzeligen Angela Merkel...

Ps: Eine Ausnahme kennt das Lästermaul: Die Kranken. Diese werden seltsamerweise immer wieder zu absolut Heiligen.
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ICH BIN DRIN...

...- selten zuvor war dieser Ausspruch mit so viel Begeisterung verbunden. Seit 6 Tagen fühle ich mich wie eine Schiffbrüchige auf einer unbeschreiblich schönen Insel. Die Insel ist der funkelnagelneue i-Mac auf meinem Tisch, der nach Netz lechzt. Seit genau 6 Tagen ist mir dieser Zugang verwehrt.
Die Vorgeschichte: Im September meldete ich unsere WG (nach Problemen mit Sunrise und Cablecom) bei der Swisscom für einen neunen Bluewin Anschluss an – Wireless natürlich. Das Angebot klang verlockend: Abonnement für 49..- inkl. kostenloser W-Lan Router. Dem Wechsel stand fast nichts mehr im Weg. Um keine netzlosen Tage zu riskieren, bestellten wir das Abo auf Anfang Oktober, so dass es zu einem Monat Überscheidung mit Sunrise kommen sollte. Als jedoch Mitte Oktober immer noch nichts von Swisscom zu hören war und die Netzlosigkeit näher rückte, rief ich vorsichtshalber mal an und erkundigte mich nach dem neuen Anschluss: „Es tut uns leid, hier liegt ein Fehler vor. Ihre Bestellung wurde irgendwie storniert, wir werden das sofort aufheben“, bekam ich vom freundlichen Swisscomman zu hören. Zwei Wochen später kam ich mit meinem neuen I-MAC nach Hause und der Worstcase war Tatsache geworden. Sunrise hat den Anschluss gekappt und Swisscom war nicht aufgeschalten...
Ich rief an und erhielt zur Antwort: „Es tut uns leid, hier liegt ein Fehler vor. Ihre Bestellung wurde irgendwie storniert, wir werden das sofort in die Wege leiten, in 2 Tagen sind sie online", hiess es erneut. Als dieser Fall leider nicht eintraf und ich am Telefon mit allem Möglichem drohte, wurde mir eine Entschädigung von 90 Franken und eine sofortige Aufschaltung des Anschlusses versprochen. Heute, 2 Tage später, habe ich eine Schreiben der Swisscom im Briefkasten, welches eine Anmeldung von mir wünscht – ich tippe mal: "Ein Fehler..." Aber was will man machen? Weitertelefonieren, weiterreklamieren, weiterfordern und sich darüber freuen, wenn dieser Blog endlich aufgeschalten werden kann...

Die Rechnung ist aufgegangen. Am Nächsten Morgen um 7.00 stand der Swisscommann mit allem nötigen vor der Tür. Den Satz "Es tut uns leid, hier liegt ein Fehler vor. Ihre Bestellung wurde irgendwie storniert, wir werden das sofort aufheben“ - liess ich nun gerne über mich ergehen...
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FALSCHE FÄHRTE

Wie man es auch dreht und wendet: man kann im Leben nicht bedingungslos ehrlich sein.
Ohne es zu wollen lockt man immer mal wieder jemanden auf eine falsche Fährte, ganz einfach idem man einfach nichts tut. Den Wahrheitsgehalt dieser Aussage untermauert die folgende Geschichte:

Sie ist jung, dynamisch, Wassermann von Sternzeichen und ihre Hobbys sind Inlineskaten, Aerobic und „mit Freunden ausgehen“. Ihr Büro liegt hoch über den Dächern der Bundeshauptstadt, welcher Betrag auf dem monatlichen Gehaltscheck steht, möchte ich lieber nicht wissen. Sie wollte es aber von mir wissen. SIE, Angestellte der Grossbank XY, lud MICH zu einem Kundengespräch ein. Dass dies in etwa dasselbe ist, wie einen Glatzköpfigen zum Coiffeurtermin einzuladen, muss ich wohl nicht betonen.
Da derartige Ereignisse für mich als Bloggerin einen besonderen Reiz haben, unterliess ich es, die Dame am vorgängigen Telefongespräch bereits darüber aufzuklären, dass Geld in meinem Leben eher eine Nebensache ist – ergo liess ich mir einen Termin geben: Dienstag Nachmittag 13.30 Uhr, gleich nach dem „Lunch“.
Was ich als erstes über meine „persönliche Beraterin“ in Erfahrung brachte war, nebst Hobbys und Tierkreiszeichen ihr tägliches Motto: „Wer aufhört besser zu werden, hört auf gut zu sein“. Des weiteren wurde ich gewahr, dass die Dame das falsche Parfum trug, ihre Schuhe beim Gehen das Geräusch eines stolpernden Pferdes machten und sich hinter der lächelnden Fassade ein müdes Gesicht verbirgt.
Was sie von mir erfuhr:„Ja, das Geld auf dem Konto ist Alles, was ich habe“ und „Nein, ich bin keineswegs arbeitslos“ und „Nein, für eine 3. Säule habe ich im Moment nicht Kapazität genug“.
Da langsam fiel bei ihr der Groschen: Ich war der falsche Gast und sie auf die falsche Fährte geraten. Denn die Idee, mich einzuladen beruhte nämlich einzig auf der Tatsache, dass ich Akademikerin bin ergo einen dicken Geldbeuten habe.

Das Erstaunliche daran: Die Bankdame war nicht lange enttäuscht. Im Gegenteil: nachdem sie ihre  auswendiggelernten Vorschläge heruntergerattert hatte, lächelte sie auf einmal befreit und erzählte aus ihrem Leben – aus dem Teil ihres Lebens, der nicht von Geld getrübt ist... – eine spannende Begegnung.
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