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FALSCHE FÄHRTE

Wie man es auch dreht und wendet: man kann im Leben nicht bedingungslos ehrlich sein.
Ohne es zu wollen lockt man immer mal wieder jemanden auf eine falsche Fährte, ganz einfach idem man einfach nichts tut. Den Wahrheitsgehalt dieser Aussage untermauert die folgende Geschichte:

Sie ist jung, dynamisch, Wassermann von Sternzeichen und ihre Hobbys sind Inlineskaten, Aerobic und „mit Freunden ausgehen“. Ihr Büro liegt hoch über den Dächern der Bundeshauptstadt, welcher Betrag auf dem monatlichen Gehaltscheck steht, möchte ich lieber nicht wissen. Sie wollte es aber von mir wissen. SIE, Angestellte der Grossbank XY, lud MICH zu einem Kundengespräch ein. Dass dies in etwa dasselbe ist, wie einen Glatzköpfigen zum Coiffeurtermin einzuladen, muss ich wohl nicht betonen.
Da derartige Ereignisse für mich als Bloggerin einen besonderen Reiz haben, unterliess ich es, die Dame am vorgängigen Telefongespräch bereits darüber aufzuklären, dass Geld in meinem Leben eher eine Nebensache ist – ergo liess ich mir einen Termin geben: Dienstag Nachmittag 13.30 Uhr, gleich nach dem „Lunch“.
Was ich als erstes über meine „persönliche Beraterin“ in Erfahrung brachte war, nebst Hobbys und Tierkreiszeichen ihr tägliches Motto: „Wer aufhört besser zu werden, hört auf gut zu sein“. Des weiteren wurde ich gewahr, dass die Dame das falsche Parfum trug, ihre Schuhe beim Gehen das Geräusch eines stolpernden Pferdes machten und sich hinter der lächelnden Fassade ein müdes Gesicht verbirgt.
Was sie von mir erfuhr:„Ja, das Geld auf dem Konto ist Alles, was ich habe“ und „Nein, ich bin keineswegs arbeitslos“ und „Nein, für eine 3. Säule habe ich im Moment nicht Kapazität genug“.
Da langsam fiel bei ihr der Groschen: Ich war der falsche Gast und sie auf die falsche Fährte geraten. Denn die Idee, mich einzuladen beruhte nämlich einzig auf der Tatsache, dass ich Akademikerin bin ergo einen dicken Geldbeuten habe.

Das Erstaunliche daran: Die Bankdame war nicht lange enttäuscht. Im Gegenteil: nachdem sie ihre  auswendiggelernten Vorschläge heruntergerattert hatte, lächelte sie auf einmal befreit und erzählte aus ihrem Leben – aus dem Teil ihres Lebens, der nicht von Geld getrübt ist... – eine spannende Begegnung.
Kommentare (6)  Permalink

Kommentare

Pa @ 04.11.2007 17:09 CEST
ja liebe Rahel du hast ja schon recht. Trotzdem werde ich in 3 Jahren so froh sein dass ich eine 3te Säule habe. Das Leben ist halt verdammt teuer in der lieben Schweiz.

Pa
rah @ 05.11.2007 12:35 CEST
ja ja, das mit der 3.ten säule komm ich dann sicher noch gebacken sonst werd ich dann noch goldgräberin oder ich male einfach wenn ich alt und grau bin so viele bilder dass ich nicht verarmen muss :)
liebe gruess i mänti, rah
Anna @ 06.11.2007 11:06 CEST
Apropos Verwechslungen...

...am 15. November kannst Du Frau Dr. Rahel Sahli kennen lernen :-)

http://www.insel.ch/fileadmin/inselspital/users/Bildung/Allgemein/Pdf/07-11-15_Gyn_Endokrinologie.pdf
rahlselber @ 06.11.2007 11:19 CEST
wow! :) kuul...
das werd ich mir nicht entgehen lassen. ich nehm dann auch gleich den meterhohen stapel werbebriefe mit, den ich für sie gesammelt habe die letzten jahre :)

neinein... wenn ichs mir recht überlege will ich die illusion lieber nicht platzen lassen. mein ärzteleben hat doch auch was für sich... und wenn sie irgend etwas vermisst kann sie sich doch melden. sie wird sich doch schliesslich auch mal googlen und auf mich stossen, oder?

r
themse @ 12.11.2007 17:27 CEST
nix hierzu, aber: wann gibts nen eintrag über vladimir? ach so, ja, du wartest ja noch auf internet...aber du, ich muss zugeben, bei mir hat der vladi also auch seine wirkung getan...ich überlege mir tatsächlich auch schon etwas gründlicher, ob ich nicht auch für so n teil sparen soll..eigentlich nur wegen der geilen progrämmli:-) glg ond messi nomau!
glg
rah @ 12.11.2007 18:08 CEST
hehe... ich würde dann sehr gerne taufpatin werden :) aber vladimir, der name ist denn schon vergeben...
ach ich glaub ich bin verliebt...
er ist toll...
und dann erst mit netz...

ps: sparen lohnt sich also doch, wenn auch nicht für die 3.te säule

bitte und merci auchnochmal
r
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