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KLEINES, ROTES UNIVERSUM

Wie ging das gleich noch einmal mit dieser Pyramide, der „pawlovschen“? Der Mensch braucht Sicherheit, Nahrung, Beziehungen etc.?
Nicht so wichtig. Gegeben sind diese Komponenten in der heutigen Gesellschaft durch die Faktoren Versicherung, Geld und liebe Mitmenschen. Ich bin, oder anders gesagt, der durchschnittliche Mensch in unseren Breitengraden ist also ziemlich gut ausgerüstet. Erstaunlich ist aber eigentlich, dass sich dies alles in der Regel – ein ganzes Universum – in ein rotes Quadrat von knapp 12 mal 14 Zentimeter Oberfläche pressen lässt: Ein rotes Lederportemonnaie voller Kärtli, Föteli, und Nötli.
Ebendieses Objekt habe ich vor drei Tagen achtlos auf einem Tablett in der Kantine meiner Firma liegengelassen. Zuletzt gesehen habe ich das Ding damals Mittags um 12.35, im rechten Augenwinkel, knapp hinter dem Rand meines Essenstabletts. Dann verschwand es irgendwie – und ist seither spurlos verschwunden.
Was das kleine rote Universum wirklich bedeutet, habe ich erst gemerkt, als es nicht mehr da war - nah dis nah prasselten die Probleme auf mich ein: Keine Postcard, kein Geld; kein Presseausweis, kein Einkommen und wenn alle gesammelten Visitenkärtli weg sind... usw.
Lange Rede kurzer Sinn: bis das kleine, rote Universum ersetzt ist, herrscht bei mir ziemliches Pissnelkenwetter!
 
Ps: ein gelungenes Experiment mit Nervenkitzelcharakter ist übrigens: sechs mal per SBB die Strecke Zürich-Bern zurücklegen ohne Ticket, ohne Geld und ohne Ausweis. 
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SCHWIMMKURS

Froschschenkelrhythmus mit den Beinen, Zieh-und-Stoss-Verrenkungen mit den Armen, beides gleichzeitig und dazu fast ohne zu atmen: Schwimmen lernen!
Dies ist, so erinnern sich wohl die meisten von uns zurück, kein einfaches Unterfangen. Es beinhaltet einen hochkomplizierten Bewegungsablauf zu automatisieren, der erst dann in seiner Gänze funktioniert und seine Wirkung entfaltet, wenn er absolut korrekt ausgeführt wird.
Schwimmen lernen. Wer’s einmal erlickt hat kann dabei entspannen, kann das Wasser und die Kühle geniessen; wer’s dagegen erst erlernen muss fürchtet während des Übens um sein Überleben in dem fremden Element.
Ebenso ergeht es mir dieser Tage: Zwar erlerne ich nicht das Schwimmen dafür aber einen neuen Job. Das heisst, den alten Job in einem völlig fremden Gewässer: Fremde Programme, fremde Technik, ein fremdes Vokabular, fremde Abläufe, ein fremdes Gebäude und viele fremde Knöpfe...
Zwar bin ich mir sicher, dass mir dies alles in wenigen Tagen schon nicht mehr ganz so fremd sein wird, bis dahin jedoch heisst es: Kopf über Wasser halten und üben, üben, üben...
...solange bis ich irgendwann das kühle Nass um mich herum geniessen kann und hoffentlich dann nicht erblicke, dass das Becken voller böser Haie ist ☺.
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