BlogBilderKontakt

ZWISCHENZEIT

In der Zwischenzeit kann ich ja schon mal...  – was eigentlich? Was tut ein Mensch in seiner Zwischenzeit? Zwischen kleinen Dingen verhält es sich vergleichsweise einfach: Da gibt es Zimmer aufzuräumen, Telefonate zu erledigen, Apéros zu essen, etc. Was aber sind die Möglichkeiten, wenn Mensch zwischen grösseren Dingen steht?
Ich bin zurzeit in einer solchen Situation. Beruflich gesehen. Das Alte ist noch nicht beendet, das Neue bereits fixiert, die Zwischenzeit angebrochen. Eigentlich bliebe jetzt, bis hin zum Neuen, ja alles beim Alten. Doch dem ist erfahrungsgemäß nicht so. Allein durch die Existenz des Neuen, beginnt das Alte zu bröckeln. Es verliert an Energie, Spannkraft, Substanz und Kontur. Es wird fremd und es wird immer schwieriger zu fassen und zu bändigen.
Die Hauptaufgaben in einer derartigen Zwischenzeit sind wohl das Aufräumen, Abschliessen und das Im-Griff-Behalten der Dinge.
Und genau das habe ich vor wenigen Tagen in Angriff genommen. Dabei habe ich für einmal, anstatt der Elektronik, dem Papier den Vorrang gegeben. Meine rote Moleskine-Agenda sollte das Alte regeln, bevor das Neue da ist. Deadlines, Anfänge und Abschlüsse, Gespräche und Abschiede - Alles habe ich fein säuberlich auf die weissen Plätze auf dem Papier verteilt. Die dazugehörigen Zetteli und Notizen sind nach Beendigung der guten Tat selbstverständlich im Papierkorb gelandet. Die Zwischenzeit war organisiert.
Doch dann, der Strich durch die Rechnung: Meine rote Moleskine-Agenda wurde entführt. Spurlos verschwunden ist sie. Weggekommen, just an dem Tag, an dem die papierne Planung abgeschlossen war. Weder SBB-Fundbüro noch geschäftsinterner Marktplatz konnten helfen. Zusammen mit all meinen Deadlines, mit allen Abschlüssen, Gesprächen und noch zu treffenden Menschen und Verpflichtungen hat sich meine schöne rote Moleskine-Agenda aus dem Staub gemacht.

Pissnelke oder Schickfall? Ich deute es als Wink, meine Zwischenzeit für einmal gerade anders herum anzupacken als geplant: Ich starte heute mein Leben „in between“ - sorgenfrei und flatterhaft.

Kommentare (3)  Permalink

Kommentare

die vom zwischenbericht @ 22.05.2009 10:26 CET
gut so! das merke ich mir für später.
die lizarbeit ist jetzt übrigens f_e_r_t_i_g. (und meine zwischenzeit bis zum beginn des prüfungslernens verbring ich erstmal mit sünnelen, lesen, glace und bier.)
grüessli!
rah @ 22.05.2009 10:44 CET
das freut mich!!!
Ich hoffe nur, dass du auch wirklich noch ne agenda in papierform hast... die kann man nämlich tatsächlich spurlos wegwerfen :)
die vom zwischenbericht @ 22.05.2009 14:13 CET
hab ich! und ich wär auch sehr aufgeschmissen ohne.
Keine (weiteren) neuen Kommentare erlaubt.