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DAS LETZTE IM 2009

Folgenden Brief musste ich zum Jahresende an die Betreiber des Berner Spa Westside/Bernaqua schicken:

Betreff: Haarschaden / Sehr geehrte Damen und Herren

Bei meinem Besuch im Bernaqua - Erlebnisbad & Spa am Freitag, 18. Dezember 2009 zwischen 16.00 Uhr und 18.00 Uhr, hat sich in meinem Haar ein Stück Spachtel- oder Silikonmasse verfangen. Das Material ist wohl in der Rinne hinter dem Becken angeschwemmt worden und hat sich im Sprudelbad in meinem langen, geflochtenen Haar festgehakt. Die undefinierbare Masse war von einer derart festen Konsistenz, dass sie nicht ausgespült werden konnte. Der diensthabende Bademeister und mein Begleiter, mussten einen Teil der Masse unmittelbar nach dem Vorfall mit einer Schere aus dem Haar herausschneiden. Leider blieben Rückstände im Haar zurück, die ich auch nach mehreren Stunden und einer intensiven Haar-Pflegespülung nicht selbst entfernen konnte. Erst ein Besuch beim Coiffeur Face in der Berner Innenstadt (siehe Quittung) schaffte Abhilfe. Die Coiffeuse reinigte die Haare mit einer intensiven Leimentfernungskur. Danach musste sie die verklebten Haare um ca. 15 cm. kürzen und die Schnittstellen des Bademeisters und meines Kollegen ausgleichen. Zur Illustration finden Sie in der Beilage dieses Briefes ein Handy-Bild, welches die Rückstände im Haar kurz vor dem Coiffeurbesuch zeigt. Ich bedaure den Vorfall sehr und hoffe, dass Sie ein angemessenes Entgegenkommen zeigen. Mit freundlichen Grüssen und einem grossen Kompliment an Ihren hilfsbereiten Bademeister.

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GOTT LIEB

Sommer 1987. Ich bin neun Jahre alt und zeichne einen Bären, der auf einer winzigen Wolke hockt und auf eine vierköpfige Strichmann-Familie runterguckt. Die Zeichnen-Viertelstunde ist für mich das Highlight des sonntagmorgendlichen Sonntagsschulbesuches. Die Sonntagsschullehrerin zeigt sich verblüfft über mein Werk und meint, ich solle noch einmal von vorne beginnen - diesmal mit einer „schöneren“ Zeichnung...

Diese Szene, die in meiner Biografie weit zurück liegt ist mir heute auf dem Nachhauseweg durch den Kopf gegangen. Einer dieser wertvollen Gedankenblitze aus der Kindheit.

Und heute bin ICH verblüfft.

Erstens darüber, dass die Sonntagsschullehrerin damals überhaupt von uns Kindern verlangt hat, dass wir Gott zeichnen (du sollst dir kein Bildnis machen – oder wie war das?).

Und zweitens darüber, dass ich Anstelle von Gott einen Bären gezeichnet, ja die zwei Dinge ganz einfach miteinander verwechselt habe. Nicht, dass sie jetzt denken, ich sei ungläubig aufgewachsen. Ganz im Gegenteil. Die Sonntagsschulbesuche sind der beste Beweis dafür. Aber meine grosse Schwester besass damals einen Stoffbären. Der war so riesig wie ich mit fünf Jahren und er trug den Namen „Gottlieb“. So einfach ist das. Für mich liessen sich die Begriffe „der liebe Gott“ und „der Gott lieb“ nie ganz voneinander trennen und so ist das Bildnis vom Allmächtigen, das man sich ja nicht machen soll, bei mir seit frühester Kindheit ein ganz klares.

Sinnigerweise ist der Kindheits-Blitz genau dann in meinem Kopf eingeschlagen, als ich mit Bus Nummer 12 den Bärengraben passierte...

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