Ein klassischer Grund, das zarte Band einer Freundschaft zu zerschneiden: Das Gegenüber signalisiert einem, dass man nur noch die zweite Geige spielt in seinen Plänen. Eifersucht auf die vermutete Erste, Sehnsucht nach einem höheren Rang und Ehrgeiz machen sich augenblicklich breit, wenn die eigene Position hinter die eines anderen zurückgestuft wird.
Eigentlich ergibt diese Reaktion (in Beziehungen ausserhalb der Partnerschaft) jedoch überhaupt gar keinen Sinn. Das Bild hinkt und zieht falsche Gefühle nach sich: Erstens sind wir in den meisten Fälle selber Schuld an der Zurückstufung, z.B weil wir mit dem Gegenüber genau das Selbe getan haben oder ganz einfach weil wir zu wenig Anstrengung unternommen haben, erste Geige zu bleiben. Zweitens ist überhaupt gar nicht klar, woher die zweite Geige im zwischenmenschlichen Bereich einen so schlechten Ruf hat (das zweite Kind einer Familie oder das zweite Bier am Festival haben es doch auch nicht). Drittens und wichtigstens bringt die Position der ersten Geige oftmals unliebsame Verpflichtungen mit sich, über die man sich denn auch mal ganz schön nerven kann.
Ein klassischer Fall von: Festestellen, Aufräumen, Freifühlen - FAF.
Ich denke, Sie werden feststellen, dass es in Ihrem Leben so manche Beziehung gibt, bei der Sie den völlig unsinnigen oder der Vergangenheit angehörenden Anspruch an eine erste Position haben. Treten Sie doch versuchsweise einmal freiwillig eine Reihe zurück, machen Sie Platz in der Vordersten Reihe und fühlen Sie sich angenehm, wohl, erleichtert. Völlig frei von Verpflichtungen. Ein wunderbares Gefühl, allein durch Umdenken hingezaubert...
Ps: Dabei stets brav aufpassen, das Sie in mindestens einem Konzert Gelegenheit haben, erset Geige spiezu spielen...
Die tägliche, immense Informationsflut lässt uns zu Info-Junkies werden. Ich zum Beispiel kann kaum mehr sein, ohne ständig aufzusaugen, ohne Hirnnahrung, ohne Kopf-Stoff... So ist es für mich denn eine ziemlich üble Situation, ohne jeglichen Lesestoff im Zug zu sitzen und mehr als 10 Minuten zu fahren. Gestern ist dieser Fall eingetroffen. Das Buch in der Handtasche war ausgelesen, die Zeitung von gestern, die Agenda hatte ich im Büro liegengelassen – kein Kopf-Stoff weit und breit. Wie ein Junkie quälte ich mich deshalb durch den Zug und schnüffelte nach „heutes“ oder „20minutens“, welche die Putzmänner übersehen hatten (oder nicht einsacken konnten weil sie jemand zum Füsse-Hochlagern brauchte). Als mein gieriges Auge nicht einmal ein aufgehängtes „VIA“ fand und ich schon begann unter der Kappe zu schwitzen, disponierte ich um... schliesslich ist das Menschliche Hirn riesig und der ganze Synapsenmüll (so sagt mein Mitarbeiter), der einem Nachts beim träumen heimsucht, sollte doch auch tagsüber zugänglich gemacht werden können...!
Experiment:
Dein Hirn erzählt Dir eine Geschichte. Beginne mit einem alltäglichen Gegenstand und spinne mit Assoziationen aus Deinem Hirn eine Geschichte oder Informationsansammlung weiter. Dabei können Gegenstände, Gefühle, Ideen, Gespräche und Menschen vorkommen... Wichtig dabei ist lediglich keine Pausen zu machen, immer den nächstbesten Gedanken aufzuschnappen, nicht zu überlegen und das Hirn am Vorausdenken zu hindern. Passiert Letzteres muss umgehend ein anderer Gedankengang eingeschlagen werden. Die letzte Regel: nimm Dir einen physischen Zielort vor, z.B. den Bahnhof Bern, damit du mit der Geschichte irgendwann zu einem Ende kommst...
Die Hirngeschichten die ich bis jetzt erlebt habe sind unglaublich! Du wirst staunen, lieber Leser, was Deine Hirnzellen Dir zu sagen haben. Vorhin auf dem Heimweg kam mir übrigens aus der verschlungensten, hintersten Ecke meiner Gedanken die Idee, dass ich unbedingt noch Kaffe kaufen muss und deshalb eine Station früher aus dem Tram steigen sollte...
Ps: Mund zuklappen nicht vergessen und bitte die Lippen nicht bewegen...vor allem wenn Du mit jemandem das Abteil teilst ☺
Es gibt gewisse Regeln im Leben – das zumindest wurde mir die ersten 17 Jahre meines Daseins eingetrichtert. Nur hat sich bald einmal herausgestellt, dass es an denjenigen Orten, an denen Regeln wirkliche etwas regeln würden, eben keine sinnvollen Regeln gibt...
Zum Beispiel an Konzerten: Wie verhalte ich mich als Zuschauerin an einer so genannten Schnittstelle im Menschenpulk des Zuschauerraumes korrekt?
Mit Schnittstelle meine ich die Übergänge von zum Beispiel denen, die voll am Abtanzen sind und denen, die sich mit einem leichten Kopfnicken begnügen. Ich treffe meist auf genau diese Schnittstellen und da fehlen mir dann die Regeln – die es doch angeblich im Leben gibt.
Wie lange soll ich meine Hände oben behalten und klatschen, wenn die Leute hinter mir längst damit aufgehört haben? Ist es peinlich, mitzusingen, wenn rundherum keiner einen Ton von sich gibt? Warum überhaupt schaffen es die Leute in den hinteren Reihen nie, die Arme im selben Takt zu schwenken, wie die vorderen Reihen und die Taktangeber auf der Bühne und warum hört die Nachbarin immer genau dann auf mit klatschen auf, wann ich - ich weiss es schlicht nicht!
Tipp für ein kleines Experiment:
Versuchen Sie sich an ihrem nächsten Konzert korrekt und nach Lust und Laune zu verhalten. Das heisst, genau so, wie es die Band und die Musik verlangen – völlig ungeachtet aller Nachbarn und Schnittstellen. Klatschen Sie dann den Takt wenn alle Hände unten sind und schwenken Sie ihre Arme konsequent richtig und singen sie die Passagen, die sie kennen, mit.
Sie werden staunen, wie dankbar die verlorene Meute um sie herum sein wird und wie schnell sich alle "richtig" verhalten!
„Phantasie hat man oder man hat sie nicht.“ – Diese Behauptung hat für mich keine Berechtigung. Nicht umsonst existiert schliesslich der Ausdruck „die Phantasie anregen“. Leider wird diesem in unserer Gesellschaft viel zu wenig Beachtung geschenkt. Ich persönlich glaube nämlich, dass die Phantasie in jedem von uns schlummert und ich finde, dass sie geweckt gehört!
Am einfachsten funktioniert dies, in den so genannten „Zwischenräumen“: In der Zeit, in der man von A nach B reist; in der Zeit, in der man auf das Tram wartet; in der Zeit, in der man kurz pausiert... - Diese Zeitblöcke (frei von Arbeit und sozialer Betätigung) und das aktuelle Gewitterwetter sind die idealen Zutaten zum „WOLKENBILDER FORMEN“!
Experiment:
Nehmen Sie sich wider einmal Zeit, in den Himmel zu schauen und sich Geschichten auszudenken über die verschiedenen Figuren, die in den Wolken entstehen. Es ist verblüffend, wie real diese Bilder werden können. Die kämpfenden Eisbären, der fliegende Elefant, der Junge mit dem Ballon... - eine Fotografie könnte sie alle nicht realer abbilden!
Der positive Zusatzeffekt, wenn man das Experiment zu zweit ausführt:
Man realisiert wieder einmal, dass die Bilder, die wir uns von der Welt machen, bei jedem ganz unterschiedlich sind und es extrem schwierig ist, einander Eindrücke zu übermitteln.
Warum also glauben wir immer noch, dass die Menschen einander verstehen sollten?
(„...doch, lue doch, dört, obe si d’Ouge, när d’Nase... mou, lue doch...„)
Fazit:
"Angeregte Phantasie bringt den Beweis, dass eine schlüssige Kommunikation von Mensch zu Mensch schlicht unmöglich ist"
Alle Welt orientiert sich nach vorne, oben, weiter... - warum eigentlich?
Warum nehmen wir die Hierarchie-Regeln unserer Konsumgesellschaft so kritiklos an und streben unbeirrt den gesellschaftlich vorgegebenen Zielen entgegen?
Warum hat der Mensch im Jahr 2007 am meisten Wert, wenn er „mittelalterlich“ ist – das heisst, weder am Anfang noch am Ende seines Lebens steht?
Könnten wir nicht gerade von diesen Extremitäten viel lernen ? - Alte Menschen verfügen schliesslich über eine maximale Lebenserfahrung und Kinder verfügen über unverfälschte Instinkte. Den „Mittelalterlichen“ kommt beides abhanden. Während sie den Gewinn von Lebenserfahrung erst im Alter erreichen, ist ihnen das „kindliche“ Gen irgendwann abhanden gekommen und sie wurden ferngesteuert und ernst...
EXPERIMENT: Auf Bäume klettern...
Es geht ganz einfach: Ohne viel zu überlegen den untersten Ast des auserwählten Baumes packen und raufklettern...
Dachte ich ;)! Beim ersten Versuch habe ich mit Schrecken festgestellt, wie weit ich mich vom tatsächlichen Gebrauch meines Körpers, der Natur und der Keine-Angst-kennen-Einstellung entfernt habe, mit der ich als Kind meinen Eltern das Fürchten lernte.
Mein auserwählter Baum schien unmöglich hoch, ich wusste nicht recht, wie Arme und Beine koordinieren, und als ich dann endlich nach oben gemurkst war, kroch mir ein mulmiges Ich-bin-ja-gar-nicht-angeschnallt-Gefühl den Nacken hoch.
Doch als Fazit kann ich nur eins sagen: Vergessen Sie alle Stress-Seminare und steigen Sie ab und zu auf einen Baum (solange noch welche stehen...)
Es wirkt Wunder!
Als ich neulich gedankenverloren die Strasse entlang ging, kamen mir 5 Jugendliche entgegen: 16 bis 20 jährig, hip-hop-Stil und schlurfenden Schrittes. Soweit hatte ich damit kein Problem, bis auf die ewig quälenden Fragen: Wen blicke ich an? Blicke ich überhaupt einen von ihnen an? Wenn ja, welchen, ab wann und wie lange? Oder blicke ich besser an der Gruppe vorbei? Wohin denn? Über sie drüber, neben ihnen durch oder runter auf den Asphalt?
Ich wusste es nicht und konzentrierte mich lieber darauf, nicht zu langsam und nicht zu schnell zu gehen (solange bis ich fast verlernte zu gehen...) und, ich entschied mich einmal mehr für ein diskretes Wegsehen.
Schliesslich lebe ich in einer „Kultur des Wegsehens“. Diese Erkenntnis und der Gedanke daran, dass die meisten meiner Leserinnen ebendieses Phänomen kennen, beruhigte mich. Die beruhigende Erkenntis wurde auf dem Heimweg im Tram ruckartig ins Wanken gebracht. Das Kind im Wägeli vor mir starrte mich nämlich unverwandt an. Ich lächelte - es starrte, ich guckte weg und gleich wieder hin - es starrte noch immer, ich schnitt eine Grimasse - es starrte...
Fazit: Die „Kultur des Wegsehens“ ist keineswegs angeboren, sondern vielmehr antrainiert/ansozialisiert und gilt demnach unbedingt zu brechen... ;)
Experiment: DER HINSEH-TAG
Die einfache Regel: Wenn etwas meine Aufmerksamkeit – durch Geräusche, Schönheit, Kuriosität oder Bewegung – auf sich zieht, schaue ich hin. Solange und intensiv wie der Verusacher von Interesse ist.
Der erste Hinsehtag war heute...
... die Reaktion der „Angestarrten“ war verblüffend: Sie schauten zurück, lächelten und die meisten öffneten sogar den Mund und begannen ihr eigenes Verhalten zu kommentieren!
Erfolg auf der ganzen Linie also? Nicht ganz: Ein musikhörender Mittfünfziger fragte anrüchig lächend: "Kennen wir uns junge Frau?" ... - is ja zum Glück nur ein Experiment!
Ein bekanntes Phänomen: Beim Warten bleibt die Zeit stehen, die Verzweiflung an der Untätigkeit wächst und, sobald die Wartezeit vorbei ist, verschwindet die Erinnerung an das mühsame Warten wieder... Diese Zeit-Wahrnehmungs-Veränderungen sind seltsam. Stehen sie doch eindeutig im Widerspruch dazu, dass man sich in vielen Situationen nach genau solchen Minuten der Ruhe sehnt. Warum also kann man Ruheminuten nicht auch dann nutzen, wenn sie durch Wartrei entstehen? Warum können wir die Zeit, in der wir auf etwas warten, nicht als Vollwertig betrachten, sondern stufen sie als minderwertig, sozusagen als "Findel-Zeit" ein und sehnen uns sogar danach, sie zu vergeuden. Ich begab mich auf die Suche nach einer Methode zum diesbezüglichen Umdenken...
DAS EXPERIMENT: Als ich kürzlich bei der Tram-Station „Hirschengraben“ warten musste, stand auf der Tafel 8 Minuten. Die Zeit blieb abrupt stehen. Ein ausgezeichneter Augenblick also, mein Experiment zu starten. Zu Hause angekommen stellte ich mich kurzerhand in eine Ecke – das Gesicht zur Wand – volle 8 Minuten. Und siehe da, es klappte: Sehr rasch sehnte ich mich nach dem Hirschengraben zurück – dort ist die Zeit nämlich bedeutend rascher verstrichen. (Bei 3 Minuten meldete sich der Innerer Schweinehund mit den Worten „Jetzt hast du ja gesehen wies geht und kannst aufhören“... und ich musste das Experiment wiederholen J.)
Die Quintessenz: Nach den 8 Eck-Minuten schien mir der Rest des Tages wieder gefüllt mit leerer Zeit, die ich mit Aktivität füllen darf. Und das Schönste daran: In den vergangenen 8 Minuten habe ich rein gar nichts verpasst!
Siehe auch:
Vogelperspektive.
Einen Eintrag über Vorsätze? Schreib ich nicht! Ich mach mir nämlich keine, zumindest nicht zum Jahresende oder zum Jahresebeginn. Aber frei von End-Jahres-Ritualen bin auch ich nicht... - nebst Fondue Chinoise am Abend gehört z.B. DER BRIEF mit dazu.
Ein Brief, der mich Monate später erschauern, mich lachen oder mich vielleicht wohler fühlen lässt. Daran haftet nichts Mytisches oder Spirituelles: DEN BRIEF schreibe ich nämlich selber - Ein EGOBRIEF. Verfasst wird er jeweils am letzten Tag des Jahres, geschickt wird er mir (von einer auserwählten Person) nach einigen Monaten. Er beinhaltet einen kurzen Stand meiner Lebens-Dinge, einen groben Abriss über die Entwicklung der letzten 365 Tage und eine Idee davon, wie zufrieden ich mit mir bin.
Solche Rückblicke sind ein Kampf... Soll ich mich anlügen? Warum schreibe ich ausgerechnet dies oder jenes? Warum drücke ich mich um gewisse Themen rum? Frage über Fragen... Doch, Tatsache ist: Wenn ich an mich vor einem Jahr zurückdenke, betrachte ich dieses ICH oft als eine andere Person. Deshalb: warum nicht mein jetziges ICH von meinem künftige ICH beurteilen lassen - sind ja schliesslich 2 verschiedene Personen und erst recht noch solche, die sich dieselben Geheimnisse teilen...
Der Unterschied zwischen DEM BRIEF und einem Vorsatz ist massgeblich die Lücke zwischen Nachdenken und Handeln - nicht umsonst heisst es: Zuerst denken, dann handeln.
ps... ich hoffe einfach "es" schreibt mir nicht zurück..... - aber lassen wir das :)
Die Gegenwart ist unendlich klein. So klein, dass wir sie unablässig mit Vergangenem und Künftigem füttern müssen, um uns ein Bild von unserer Situation zu machen. Geht es mir gut oder geht es mir schlecht ist von Erinnerung und Vorstellung abhängig...
Doch je weiter zurück oder fern dieser Nährboden für unser Gegenwartsgefühl liegt, umso ungenauer ist er. Vergangene Ereignisse werden ausgeschmückt, zukünftige bunt ausgemalt und so fühlen wir uns häufig schlechter oder besser als es angemessen wäre.
JEDER ist sich dieser Tatsache bewusst, die wenigsten nutzen sie zum Positiven? – Warum eigentlich nicht?
Wenn doch das Gegenwartsgefühl aus dem geschmiedet wird, was wir in Erinnerung haben oder uns vorstellen, und diese Vorstellung so schwammig ist - warum basteln wir uns so wenige Glücksmomente selber? Warum wandeln wir Geschehenes nicht kurzerhand ins Positive (
Bsp. Perspektivenwechsel)? So viel Lüge wäre nicht dabei, schliesslich ist unsere Erinnerung nie absolut korrekt.
Sie denken jetzt vielleicht, dass sie sich ungern selber belügen wollen, doch: In den meisten anderen Bereichen lassen sie genau dies ungehindert zu. Sie lassen sich von Filmen verzaubern, von Geschichten in den Bann ziehen oder von Getratsche aufheitern - um ihren persönlichen Ist-Zustand zu beeinflussen!
Warum also klammern wir uns, sobald es um unser Leben geht, so verzweifelt an unser Gedächtnis, wenn wir doch so gar nicht sicher sind, wie stark wir diesem trauen können.
Mein Tipp: Versuchen Sie heute mal wieder Vor- und zurück zu träumen...(vielleicht nicht gerade wenn das genervte Migros-Kassen-Fröilein nach ihrer Supercard fragt)
In diesem Sinne: Frohe Weihnacht!
Sobald ich meinen Kühlschrank öffne, strahlt es mir GRÜN entgegen. Nicht, dass ich so viele Gurken und Salate darin lagern würde oder der Reibkäse am schimmeln wäre... Nein, aber so knapp über der Armutsgrenze (☺) werden Migros-BUDGET-Produkte vom Kultobjekt zur Überlebensstrategie.
Grüner Tartar, grüner Fontalkäse, grüner Schinken, grüner Camanbert... - die verschrumpelte Normalo-Peperoni mag kaum einen Kontrast dagegen zu bilden.
Budget zu kaufen wurde mir zur Gewohnheit: Es schont mein Portemonnaie, nimmt mir heikle Produkteentscheidungen ab und, da ich eh meist rot trage, steht es mir ausgezeichnet.
Heute dann der Schock: die grünen Käsescheibletten waren verschwunden. Verzweifelt hetzte ich von Gestell zu Gestell, in der Hoffnung, sie hätten sie vielleicht bei den Eiern hinten versteckt oder neu im Tiefkühlbereich eingefroren? Fehlanzeige. Ich begann unter meiner Kappe zu schwitzen wie ein Bär, als die dicke Frau Kuzi (oder hab ich falsch gelesen?) mir entgegennuschelt: „
hets äuä grad nümm, müesst haut der normau näh...“. Der Normale? Weiss ich denn als Budgetkäuferin was „normale“ Produkte sind?
Leicht überfordert machte ich sofort die Not zur Tugend. Das heisst, ich ging zurück zum Eingang, kam neu herein, tauschte einen 1-Fränkler gegen ein protziges Wägeli und stolzierte durch die Regale. Elektrisiert von all den buten Angeboten, schaufelte ich Selection-Schoggimousse, eine frische Ananas, Feigen, Früchtequark, la Vache qui rit, Prinzenrollen etc. in mein Wägeli. Die Frau Kunzi (?) starrte misstrauisch ein Loch in meinen Rücken. Ich aber liess mich gelassen von Formen und Farben verführen und leiten – eine Supersache!
Zuhause reihte ich die neuen Lieblinge stolz in den Kühlschrank und öffnete ihn danach mehrmals auf Probe. Das Strahlen war weg!
Zwar nicht für lange, aber immerhin: Das Experiment FRONT-GEGEN-GRÜN hat Farbe in meinen Alltag gebracht.
ps: als Tüpfchen auf dem i kommt jetzt noch der arme
Tropical Sirup ins Kühlfach...:)